Geladener Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Leon Christopher Schlesinger, Julia Erlinger,
Anna Kirchmair, Matthias Weigl
04|2025 – 06|2025
AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT
Der Baukörper des neuen Hotels passt sich harmonisch in den
bestehenden historischen Straßenzug ein.
An das denkmalgeschützte Salzamt wird angebaut, der
bestehende Giebel des Daches wird aufgenommen und
weitergeführt.
Durch Vor- und Rücksprünge wird das Gebäude in drei Baukörper
gegliedert. Die gestaffelte Höhenentwicklung verstärkt den Effekt
der Kleinteiligkeit, gleichzeitig wird der Blick auf das Schloss
bestmöglich freigehalten.
Die begrenzende Firsthöhe des Salzamtes wird baulich
eingehalten und nur von Liftüberfahrt und einem bespielbaren
Rankgerüst ergänzt.
Das westlich gelegene Haus 1 wird über einen gedeckten Zugang
erschlossen, das mittlere Haus erhält durch einen leichten
Rücksprung einen Grünstreifen. Im östlich gelegenen Haus 3,
das ans das Salzamt angrenzt, befindet sich die zurückgezogene
Einfahrt in die Tiefgarage.
ARCHITEKTUR
Die Architektur des neuen Hotels widerspiegelt in ihrer seriellen
Fassadengestaltung den Respekt vor der bestehenden
Bausubstanz. Die Rhythmik und Proportion der Fensteröffnungen
von Salzamt und Schloss wurden subtil übernommen und in eine
moderne, künstlerisch selbstbewusste Sprache übersetzt.
Die seriellen, an die historische Umgebung bezugnehmenden
Fensteröffnungen der 149 Zimmer ziehen als Art »Taktgeber« den
bestehenden Rhythmus weiter und werden durch feine, versetzte
angeordnete vertikale Liniierungen überlagert, durchbrochen und
bespielt.
Ein wichtiger Linzblick wird selbstverständlich und mit hohem
künstlerischem Anspruch weitergeschrieben.
Über einen großzügigen gedeckten Eingangsbereiches im
Erdgeschoss gelangt man in das offene Foyer, das durch
bodentiefe Verglasungen den Blick zur Donau freigibt.
Um das Volumen bestmöglich auszunutzen, werden die
Meetingräume in das Niveau der überhohen Eingangsebene
»eingeschrieben« und über einen Steg angebunden, es entstehen
reizvolle Aus- und Durchblicke. Gleichzeitig wird der bestehende
Zugang zu Tunnel und Trafo erhalten, jedoch in ein neues Ganzes
gefasst.
Die 148 Hotelzimmer, von denen acht als Familienzimmer
ausgeführt sind, werden durch einen Mittelgang erschlossen,
der immer wieder von Lufträumen und Ausblicken durchbrochen
wird. In welche Richtung man auch geht, es ergibt sich immer
ein heller Ausblick auf Donau, Schloss oder Abendsonne. Die
Zimmer weisen alle gut bespielbare Proportionen aus. Bodentiefe
französische Fenster und eine offene, dennoch geschützte
Grundrisslösung der Bäder kommen hinzu.
Das Restaurant mit Terrasse im vierten Obergeschoss bietet einen fantastischen Ausblick auf Linz und die Donau, aufs Schloss, zum Pöstlingberg und ins Donautal. Die gestalterische prägende Linierung der Fassade wird zum schützenden Rankgerüst mit einer Vielzahl an Bepflanzungsmöglichkeiten, das sich bis zur Dachterrasse zieht. Von dort aus öffnet sich der weite Blick, man sitzt im Grünen unter wildem Wein und Efeu und genießt den Tag bis zur Abendsonne. Der Aufstieg ins Restaurant erfolgt über eine berankte Treppe mit Aussichtskanzeln auf jeder Ebene.
Das Hotelprojekt Salzstadel setzt ein sichtbares Zeichen
für Nachhaltigkeit. Die Elementfassade aus vorgehängten
Holzssandwichpanelen wird von vertikalen bzw. horizontalen
Holzlamellen umspielt, die das Gebäude identitätsstiftend fein
linieren und als Rankgerüst vielschichtige Begrünungen über
die Geschosse hinweg ermöglichen. Das dadurch entstandene
angenehme Mikroklima wird durch robuste und natürliche
Materialwahl, sowohl im Inneren als auch im Äußeren, ergänzt.
Durchdachte Zimmergrundrisse und angenehme
Raumproportionen lassen auf gute Wirtschaftlichkeit auch im
Betrieb schließen.
Durch kompakte Bauweise und räumliches
»Ineinanderverschachteln« wird das zur Verfügung stehende
Volumen bestmöglich genutzt.
Die Geschosshöhe ist mit 3,10 m bewusst knapp gewählt.
Leitungen werden ausschließlich über den Gang und die Bäder
und nicht im Fußboden geführt. So wird die ökonomische
Realisierung bei gleichzeitiger Zukunftsoffenheit erreicht.
Zwei Drittel der Zimmer haben Donaublick, ein Drittel hat
Schlossblick. Alle Zimmer verfügen über flexible zum Wohnen/
Schlafen offene Badlösungen, individuellen Rückzugsbereich
beim Fenster und öffenbare, bodentiefe Fenster mit französischem
Balkon, von denen aus die Donau, das Donautal oder das Schloss
erlebbar werden.