NEUBAU BUNDESSCHULCLUSTER,
LIEZEN

Offener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Leon Christopher Schlesinger, Felix Kraft,
Julia Erlinger

Freianlagen: el:ch landschaftsarchitekten
Statik: DI Peter Stippler

01|2025 – 03|2025

AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT

Städtebauliches Konzept

Der ruhige Baukörper setzt sich bewusst an die ostseitig gelegene Siedlungsstraße und ermöglicht dadurch ausgedehnte Freibereiche für die Schule und einen geringen Versiegelungsgrad. Im Zuge des Bauablaufes können Containerklassen vermieden werden, da nach Abbruch der Turnhalle und Baubeginn die alte Bestandsschule bis zur Fertigstellung der neuen Schule uneingeschränkt weitergenutzt werden kann.

NUTZUNGSKONZEPT

Die neue Schule wird von der Westseite aus betreten und fügt sich durch die serielle Holzfassade selbstverständlich in seine Umgebung ein. Der schlichte Baukörper - ein leichter Holzbau über einem erdverbundenen Sockel- öffnet sich im Inneren zu zwei Innengärten, die als »Oase« zum Treffpunkt und Herz der Schule werden und vielfältig nutzbare Freibereiche aufspannen. Sie bilden einen grünen Innenhof, um diesen die Schule kreisförmig organisiert ist.
Durch dieses Öffnen des Baukörpers zu den Atrien kann das System der Departmentschule mit seinen Gruppen -und Rückzugsbereichen bestmöglich realisiert und belichtet werden. Es ergeben sich vielfältig differenzierte Raumfolgen, die immer wieder den Blick ins grüne »Herz« öffnen.
Die Funktionen gliedern sich klar nach Geschossen. Im Erdgeschoß finden sich der Eingang, die Versammlung, die Lehre, das Verwalten und das Werken. Die Obergeschoße beinhalten die vier nach Nordwesten orientierten Homebases mit ihren jeweils kreisförmig angeordneten Klassenräumen des Departmentsystems. Die Sport- und Nebenräume liegen im Untergeschoss.

Konstruktion und Nachhaltigkeit

Das neue Schulhaus soll ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Die Fassade aus vorgehängten Holzssandwichpanelen wird von vertikalen bzw. horizontalen Holzlamellen umspielt, die einerseits als Sonnenschutz dienen, andererseits als Witterungsschutz für die dahinterliegende Holzkonstruktion fungieren und das Gebäude auch identitätsstiftend zusammenfassen.
Der südliche Teil, der die Turnhalle beinhaltet, wird als Massivbau vorgeschlagen, der nördliche Schulneubau könnte als Holzskelettkonstruktion ausgeführt werden. Die kompakte Baukörperform mit ihrer vorgehängter Holzlamellenkonstruktion ermöglicht einen geringen Versiegelungsgrad und wirkt sommerlicher Überhitzung entgegen.
Die Konstruktion erlaubt nutzungsneutrale Räume, die Trakttiefen und der robuste Konstruktionsraster ermöglichen eine größtmögliche Variabilität und Anpassungsfähigkeit.

Freiraumkonzept und Erschließung

Die großzügigen Außenräume auf der Westseite bieten differenzierte Nutzungsangebote für Spiel, Aufenthalt und Sport. Die klare funktionale Trennung dieser Bereiche unterstützt ein harmonisches Miteinander.
Entlang der B320 bildet eine Lärmschutzwand ein funktionales Rückgrat. Hier sind die PKW-Stellplätze untergebracht, begleitet von einer charaktervollen Baumreihe.
Stellplätze für Fahrräder konzentrieren sich nördlich des Schulgebäudes im Eingangsbereich.
Der Topographie folgend staffelt sich das Schulareal in einen oberen Eingangsbereich und einen tiefer liegenden Sportbereich. Parallel zur Lärmschutzwand verläuft die Laufbahn, die außerhalb des Sportbetriebs über einen mobilen Holzsteg gequert werden kann. Ein separater Zugang verbindet Schulhof und Sportzone.
Der Pausenhof wird von einem dichten Gehölzrahmen gefasst, der den Freiraum in einen aktiven Außenbereich und einen ruhigeren, allseitig begrünten Aufenthaltsbereich mit Lounge uhnd Spielwiese gliedert. Der vorhandene Weinberg bleibt erhalten. Das Spielfeld wird durch eine neue Beachvolleyball- Anlage ergänzt.
Lockere Einzelbäume, grüne Belagsfugen, Sitzmöglichkeiten und überdachte Fahrradabstellplätze vervollständigen das Freiraumkonzept zu einem einladenden, gut nutzbaren Gesamtbild.

Statik, Lastableitung

Aus statisch konstruktiver Sicht sind die oberirdischen Gebäudeteile in einer materialschonenden Holz-Skelettbauweise geplant, die erdberührenden (unterirdischen) Gebäudeteile in Stahlbetonmassivbauweise. Auf Grund der ungünstigen Bodenverhältnisse entspricht dies auch der Vorgabe der Geotechnik die Bauwerkslasten gering zu halten.
Die vertikalen Einwirkungen werden über Brettsperrholzdecken in Holzträgern eingetragen, welche wiederum auf Holzsäulen oder vereinzelt vorhanden Massivholzwände auflagern. Die Holzsäulen und Massivholzsäulen setzten im Erdgeschoss auf eine Stahlbetonfundamentplatte im nicht unterkellerten Bereich und auf eine Stahlbetondecke im unterkellerten Bereich auf.
Die vertikalen Lasten werden dann über Kontaktpressung oder Mantelreibung bei einer Pfahlgründung in den Untergrund übergeführt.
Die horizontalen Einwirkungen (Wind, Erdbeben) werden über zu Scheiben verbundenen Brettsperrholzdecken zu den Kernbereichen übergeführt. Die Kernbereiche sind in Stahlbetonmassivbauweise geplant und leiten die Horizontalkräfte über Kontaktpressung oder Pfähle in den Untergrund ein.