CETI TU DRESDEN

Geladener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Julia Erlinger, Leon Christopher Schlesinger,
Vinzent Wallner, Marion Gernbeck,
Matthias Weigl

Freianlagen: el:ch landschaftsarchitekten

Statik: DI Peter Stippler

11|2022 – 12|2024

AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT

Städtebauliches Konzept

Das Projekthaus Zukunft ist als kompakter, hoch aufragender Baukörper an der Südseite des Bauplatzes positioniert. Es respektiert den denkmalgeschützten Bestand und fügt sich harmonisch in die benachbarte Industriearchitektur ein. Die gewinkelte Gebäudestruktur definiert zwei zentrale Freiräume:

  • die Campuswiese im Osten
  • das Forum an der Academic Mile im Westen

Die denkmalgeschützten Klinkerbauten des frühen 20. Jahrhunderts, die verputzten Mauerwerksbauten der 1950er bis 1960er Jahre und die Neubauten der 1990er Jahre werden in das räumliche Gesamtkonzept eingebunden. Die Grünachse der Pappelallee dient als verbindendes Raumelement.

Gebäudekonzept

Nutzung und Erschließung

Das Gebäude ist als funktionaler und zugleich ausstrahlungsstarker Baukörper konzipiert.
Zwei Eingänge – von der Campuswiese und der Academic Mile – sind durch ein zweigeschossiges Foyer verbunden. Eine zentrale, gewendelte Treppenskulptur verbindet alle Ebenen bis zum Dach und bildet das gestalterische Herzstück. Ergänzend führt ein separates, zugangsgesichertes Treppenhaus durch alle Geschosse.
Die Nutzungen innerhalb des Gebäudes sind klar strukturiert:

  • Erdgeschoss: Café mit Außenterrasse zum Park, Laborbereiche
  • Erdgeschoss plus: Hörsaal, SchauflerLab und Studierendenrat
  • Obergeschosse:
    • BOYSEN und TUDiSC im 1. und 2. Obergeschoss
    • CeTI und SynoSys im 3. bis 5. Obergeschoss
    • Dachgeschoss als loftartiger Gemeinschaftsraum

Die Raumgestaltung unterstützt interdisziplinäre Zusammenarbeit. Interne Beipasstreppen verbinden die jeweiligen Arbeitsbereiche direkt.

Architektur und Konstruktion

Ein robustes Erdgeschoss aus Sichtbeton trägt die leichten Holzgeschosse. Diese verschmelzen oberhalb der transparenten Fuge des Erdgeschoss-Plus-Bereichs zu einer harmonischen, filigranen Einheit, umgeben von drehbaren Lamellen. Die Lamellen ermöglichen eine adaptive Verschattung und dienen als Träger für Photovoltaikanlagen.
Die sichtbare Holzstruktur bleibt unverkleidet und unterstreicht die ästhetische und nachhaltige Gestaltung. Der zentrale, zweigeteilte Treppenkern mit zwei notwendigen Fluchttreppen bildet den statischen Ankerpunkt des Holzskelettbaus.

Die Konstruktion aus Massivholz, verbunden durch CNC-gefräste Zapfen und Zinken, ist rückbaubar und auf Wiederverwendbarkeit ausgelegt. Die Decken sind als moderne Dübelbaumdecken konstruiert, die vielseitig wiederverwendet werden können. Vorgefertigte Trennwände und modulare Hohlböden aus Recyclingmaterial ermöglichen Flexibilität für spätere Anpassungen.
Technikschächte im Süd- und Nordflügel beherbergen in vorgefertigten Raumzellen die gesamte Haustechnik. Der gesamte Innenausbau erfolgt ohne Verklebungen oder dauerhafte Verbindungen, was die Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit unterstreicht.

Freiraumkonzept

Das Umfeld des Gebäudes wird durch zwei markante Außenräume geprägt, die Aufenthaltsqualität und Interaktion fördern:

  • Campuswiese (Ost): Nach Westen erweitert durch eine naturnahe Retentionswiese und eingefasst durch intensiv begrünte Bereiche im Norden und Süden. Der nördliche Grünraum integriert den TUUWII-Garten und die Campuskiste, während im Süden eine multifunktionale Aktivzone mit Sitzstufen und schattenspendenden Bäumen an die Academic Mile anschließt.
  • Forum an der Academic Mile (West): Der repräsentative Eingangsplatz fördert Begegnung und Austausch. Eine Überdeckung der Erschließung schafft zusätzlichen Raum und bildet einen großzügigen Zugang zum Gebäude.

Im Untergeschoss befinden sich Räume für die Betriebsfeuerwehr sowie die Factory in a Box.

Technisches Konzept

Das Gebäude folgt einem durchdachten Low-Tech-Prinzip, um den Energiebedarf zu reduzieren und Flexibilität zu maximieren:

  • CO2-gesteuerte Lüftungssysteme und öffenbare Fenster sorgen für optimale Raumluftqualität.
  • Eine hochgedämmte, wärmebrückenfreie Gebäudehülle minimiert den Heizenergiebedarf.
  • Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade nutzen erneuerbare Energien effizient.
  • Modulare Hohlböden ermöglichen eine flexible Kabelführung und enthalten Teilbereiche mit integrierter Fußbodenheizung.
  • Zentrale Technikräume befinden sich im Untergeschoss und auf dem Dach, während die Nassraumtechnik in allen Geschossen identisch positioniert ist.

Nachhaltigkeit und Zertifizierung

Das Gebäude strebt eine BNB-Zertifizierung in Silber an und erfüllt umfassende Nachhaltigkeitskriterien: