Geladener Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Julia Erlinger, Leon Christopher Schlesinger,
Vinzent Wallner, Marion Gernbeck,
Matthias Weigl
Freianlagen Atelier dede
07|2024 – 10|2024
AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT
Das denkmalwürdige Hauptgebäude (Bauteil A) wird von allen Anbauten befreit (Bauteil C und Fluchttreppe) und ist wieder als frei stehender Solitär erlebbar. Ein neuer Baukörper in L- Form folgt der Straße im Norden und der Grundgrenze im Osten. Zwischen Neubau und Bestand bildet sich ein nach Südwesten offener Schulhof.
Zwischen Neubau und Bestand bleibt im Norden eine Lücke. Im Erdgeschoss gibt es einen Durchgang. Im 1. OG verbindet eine Brücke beide Teile.
Im Bestandsgebäude werden im Erdgeschoss Flächen für die Schüler untergebracht – Fluchtweg direkt ins Freie. In den oberen Geschossen liegen alle Räume der Lehrer, Ganztagsbetreuer bzw. der Verwaltung. Somit wird die Stahltreppe als zweite Fluchtweg nicht mehr gebraucht.
Im Neubau sind im Erdgeschoss alle öffentlichen Räume und der Ganztagsbereich verortet. Im 1. und 2. Obergeschoss liegen die 12 Klassenräume jeweils zu Dreiercluster gruppiert. Zwischen den Klassen liegen die Differenzierungsräume. Am zentralen Treppenkern sind die Nebenfunktionen angedockt. Am zweiten Treppenhaus gibt es einen Lift zur barrierefreien Erschließung. Über dieses Treppenhaus geht es ins Untergeschoss, in dem der Fachlehrsaal und der Werkraum mit vorgelagertem Freibereich liegen.
Die Erschließungen werden durch Möblierung (Garderoben, mobile Arbeitsplätze) für den Schulalltag aktiviert. Lernen findet nicht nur in der Klasse, sondern im ganzen Schulhaus statt.
Es ergibt sich eine selbstverständliche Baukörperkomposition bestehend aus zwei Bauteilen: Bestand mit Putzfassade und Ziegeldach und der hölzerne Neubau mit Metalldach. Die Grundrisse entwickeln sich um den Schulhof, der im Schulalltag präsent zum Mittelpunkt wird.
Alle erdberührenden Teile des Neubaus werden massiv
ausgeführt. Darauf aufbauend wird in Holzhybridbauweise der
Rohbau errichtet (tragende Holzstützen, Brettsperrholzdecken
mit Aufbeton bzw. schwerer Schüttung als Fertigteil, massive
Treppenkerne). Die Fassade (Holzsandwichkonstruktion) wird
vor die Konstruktion gehängt. So sind alle Bauteile getrennt
demontier- und recyclebar. Vor der Fassade gibt es eine weitere
Ebene, die den außen liegenden Sonnenschutz trägt und
vertiefend strukturiert. Ein weit auskragendes Dach schützt.
Die hölzernen und die massiven Bauteile sind außen wie
innen klar ablesbar. Die verwendeten Materialien besitzen eine
innewohnende Natürlichkeit (Holz, geschliffener Estrich, ..), die
eine warme, wohnliche Schulatmosphäre erzeugen.
Die Baukörper B, C oder D aus den 1960-ziger Jahren zu erhalten wurde verworfen, da diese in ihrer Substanz nicht sehr robust sind und einer nachhaltigen Entwicklung des Schulareals im Wege stehen.
Schwarzwäldchen – Schattige Bäume prägen den Pausenhof
der Schule und vermitteln den Kindern einen Eindruck von
Biodiversität, die sie in den Wildstauden- und Gräserbeeten
wiederfinden. Es findet sich aber auch genügend Platz zum
herumtollen und kommunizieren.
Vesperbänkle finden sich im Innenhof und unter Dach und laden
die Kinder zum geselligen Beisammen sein in der Pause ein.
Genügend Radabstellplätze (95) und Rollerabstellplätze (60)
verteilen sich rund um die Hauptgebäude des Schulensembles.
Spieli-Zone – Ein Spielbereich findet sich im Osten des neuen
Flügels und bietet auch für die Nachmittagsbetreuung einen
geschützten abgetrennten Spielbereich.
Schulhain-Spielzone – Ein Bolzplatz, ein Geschicklichkeitsparcours
und eine Kletteranlage bieten den Kindern Gerätschaften zum
Austoben und Raum für körperliche Aktivität.
Eine ruhigere Zone, in der sich das grüne Klassenzimmer,
Hochbeete in der Kinder Gemüse ziehen können und
Hängematten gibt Kindern genügend Flächen für Rückzug an.
Klimafitte, heimische Gehölze und Pflanzen unterstützen den
wichtigen Gedanken der Biodiversität und die Kühlung der
Umgebung, die besonders im Schulumfeld essentiell scheint.
1. Schritt: Die Räume aus Bauteil B und C werden im Bauteil D provisorisch unterbracht.
2. Schritt: Bauteil B und C werden abgetragen. Der nördliche Teil des Neubaus wird errichtet.
3. Schritt: Die provisorisch im Bauteil D untergebrachten Räume und alle Nutzungen aus dem Hauptgebäude ziehen in die neue Schule ein.
4. Schritt: Abbruch Bauteil D, Sanierung Bestand. Der südliche Teil des Neubaus wird errichtet. Die Freianlagen werden fertiggestellt.
Bestand: Ein Treppenhaus und für schulische Nutzung direkter
Fluchtweg ins Freie.
Neubau: Zwei Treppenhäuser, geschossweise Brandabschnitte,
pro Geschoss zwei Brandabschnitte – Fluchtwege können so als
Lernlandschaft verwendet werden.
Das am Dach anfallende Regenwasser wird gesammelt und über Rigole am Grundstück versickert. In den Freiflächen Bestand. ...