Geladener Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Marion Gernbeck, Vinzent Wallner
Freianlage: studio blaugruen
Statik: DI Peter Stippler
07|2024 – 09|2024
AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT
Die Eingänge für die öffentlichen Funktionen - Tourismusbüro,
Sport- und Kultursaal, Arztpraxis – liegen im Norden zum
Dorfplatz. Die Eingänge der Kinderbetreuung liegen im Süden.
Diesen beiden Funktionsgruppen werden in zwei Baukörpern
untergebracht. Der nördliche Baukörper schließt die Baulinie
zum Platz, der südliche positioniert sich zum Garten im Süden.
Dazwischen bleibt ein introvertierter Innenhof.
Zwischen Raiffeisenbank und Sport- und Kultursaal entsteht
durch Rückbau des Hallenbades ein Freibereich. Dieser wird
durch zwei Baukörper gefüllt.
Diese beiden Baukörper mit flachen Giebeldächern liegen
ostwestorientiert in der Lücke. Sie schließen den Bebauungsblock
ruhig ab und strukturieren ihn gleichzeitig.
Die beiden Neubauten sind mit der Raiffeisenbank, dem Sportund
Kultursaal und der Schule unmittelbar baulich verbunden
und bilden einen Block. Durch die Baukörperausbildung und
Fassadengestaltung sind sie aber als getrennte Bauteile ablesbar.
Nachhaltigkeit und ressourcenschonender Umgang werden
durch das Um- und Weiterbauen thematisiert. Die Holzfassade
zeigt dies auf der Materialebene.
Im Norden zum öffentlichen Dorfplatz liegt direkt das Tourismusbüro
und das Foyer des Sport- und Veranstaltungssaales. Eine
Treppe mit Lift führt ins Obergeschoss in die Arztpraxis und den
Mehrzweckraum der Gemeinde.
Im Südbaukörper ist die gesamte Kinderbetreuung untergebracht.
Im Erdgeschoss liegt im Drittelpunkt der Eingang. Der Baukörper
betont dies durch einen Knick. Links, westlich vom Haupteingang
ist die Kinderkrippe und rechts, östlich davon die Garderoben.
Oberhalb der Garderoben mit Zugang zum Innenhof liegt
das Kinderrestaurant. Es ist für die Kinder der Krippe, des
Kindergartens und auch der Schule (NaBe) eigenständig nutzbar.
Die Treppe am Eingang führt ins OG. Hier sind die vier
Gruppenräume und der Bewegungsraum mit Blick nach Süden
in den Garten aufgefädelt.
Durch teilweisen Rückbau der Schwimmhalle wird Platz für den Zubau. Dieser soll Fundamente, Bodenplatten und Wandscheiben weiter nutzen. Um dies zu ermöglichen, wird die Umsetzung als Holzbau vorgeschlagen.
Es werden natürliche Materialien vorgeschlagen. Die ihnen innewohnenden Eigenschaften sollen sichtbar bleiben. Holz: warm, natürlich weich. Geschliffener Estrich: robust, dauerhaft, belastbar. Filz als Natur- und als farbiges Recyclingprodukt.
Der spielerisch gestaltete Hauptzugang macht das Ankommen
zum Ankunftserlebnis und erleichtert so den Übergang in den
Kindergarten.
Inspiriert von der nahegelegenen Flusslandschaft, entstehen
vielfältig bespielbare Freiräume, die an Kieslandschaften,
Sandbänke, Flussinseln und an Auwälder erinnern. Heimische
Vegetation samt Erhalt der Bestandsbäume in einer
sanft modelierten Topographie vermitteln eine naturnahe
Atmosphäre. Erschlossen durch eine großzügige Holzterrasse,
gleichsam einem Steg am Wasser. Im zentralen Bereich laden
unterschiedlich große »Inseln«, die als Spielhügel dienen, zum
Klettern und Entdecken ein, während der Auwald reichlich Raum
zum Verstecken und Erkunden ermöglicht. Zusammengehalten
durch den Fluss - die EPDM Rennstrecke für Bobby Cars.
Die »Waldschlucht« bietet den Kindern als Kontrapunkt zum
aktiven südseitigen Garten einen ruhigen und geschützten
Freiraum. An der Westseite befinden sich die »Spatzennester«,
die begrünten Fassaden laden da und dort zum Bouldern ein.
Der »Gastgarten« des Kinderrestaurants komplettiert den licht
beschatteten Hof.
Der Vorplatz wird zum zentralen Aufenthaltsbereich für
Schüler:innen und Besucher:innen mit Sitzmöbeln unter Bäumen.
Die Stufenanlage mit integrierter Rampe, erschließt die Gebäude
grußzügig und barrierefrei.
Die 30 Parkplätze werden unter den Prämissen der
Maximierung des Kindergartenfreiraums und Minimierung der
Flächenversiegelung nachgewiesen.