REGENBOGENSCHULE, WEETZEN

Geladener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Julia Erlinger, Leon Christopher Schlesinger, Vanessa Seyr, Vinzent Wallner

Freianlagen: el:ch landschaftsarchitektur
Planung vor Ort: Kisser Architektur
TWP: Rosenbusch Ingenieurbüro GmbH
Statik: DI (FH) Dirk Harbers

07|2024 – 09|2024

AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT

Städtebau -

Der Neubau der Schule, einschließlich der Turnhalle, wird östlich des bestehenden Schulgebäudes errichtet. Diese Platzierung gewährleistet, dass der Schulbetrieb während der Bauphase unbeeinträchtigt bleibt und nahtlos in das neue Gebäude überführt werden kann. Nach dem Abbruch der Altgebäude wird der geplante Dorfplatz realisiert. Die neuen Gebäude rahmen den Dorfplatz im Osten ein, während die Huhestraße im Süden und ein Seitenarm der Hauptstraße im Norden die weiteren Begrenzungen bilden. Der westliche Rand zur Hauptstraße bleibt offen und schafft eine fließende Verbindung zum öffentlichen Raum.
Das Schulgebäude besteht aus drei Baukörpern: zwei Lernhäusern mit Walmdächern und einem Gemeinschaftshaus, das die beiden Lernhäuser verbindet. Die Turnhalle, ebenfalls mit Walmdach, ist nach Nordosten versetzt und über eine eingeschossige Spange mit dem Pausenhof und dem Schulgebäude verbunden. Diese Anordnung lenkt den Fokus auf den gemeinsamen Schulhof, der als zentraler Begegnungsort dient.
Durch die kleinteilige Struktur der Baukörper fügt sich der Neubau harmonisch in die dörfliche Umgebung von Weetzen ein.

Erschließung und Zugänge -

Die Haupterschließung der Schule erfolgt über den neuen Dorfplatz. Sie ist sowohl von der Hauptstraße im Westen und Norden als auch von der Huhestraße im Süden zugänglich.
Der Haupteingang zur Schule befindet sich direkt am Dorfplatz im Westen, während ein separater Lehrereingang im Osten angeordnet ist. An der Huhestraße befinden sich Parkplätze sowie die Zufahrt für den Schulbus. Fahrradstellplätze sind direkt vor dem Schulgebäude angelegt. Der Eingang zur Turnhalle liegt im Norden und bietet eine direkte Verbindung zu den Parkplätzen für externe Nutzer. Zwischen Schule und Turnhalle sind Stellplätze für Roller in mehreren Paketen organisiert.

Architektonisches Konzept

Die dreigeschossige Schule ist in drei Funktionsbereiche gegliedert:
Lernhaus I-III (inklusive Mensa), das Gemeinschaftshaus und Lernhaus II-IV (inklusive Lehrerbereich). Vom Dorfplatz aus gelangt man durch einen überdachten Eingang direkt in das Gemeinschaftshaus und damit in die Aula. Diese fungiert als zentraler Verteilerraum und bietet Zugänge zur Mensa, zum Pausenhof, zur Nachmittagsbetreuung, zur Bibliothek und zum Lehrerbereich. Der Musikraum ist flexibel zur Aula hin öffenbar. Die Aula ist für Abendveranstaltungen von den anderen Teilen der Schule abtrennbar.
Eine zentrale Sitzstufentreppe mit Oberlicht erweitert die Aula vertikal und bildet das räumliche Zentrum der Schule. Der Luftraum setzt sich in den oberen Geschossen fort. Die Fachklassenräume gruppieren sich um diese zentrale Erschließung, während die Garderoben drumherum angeordnet sind.

Lernhäuser und Raumkonzepte

Die Lernhäuser I und II sind im ersten Obergeschoss untergebracht, die Lernhäuser III und IV im zweiten Obergeschoss. Diese Bereiche bieten den Schülern geschützte Lernlandschaften. Die Garderoben dienen als Übergang zwischen Fluren und Klassenräumen, fördern die Sauberkeit und tragen zu einer angenehmen Lernatmosphäre bei.
Jedes Lernhaus umfasst vier Klassenräume, zwei Differenzierungsräume sowie eine zentrale Aufenthalts- und Erschließungszone. Diese Bereiche sind flexibel gestaltbar und bieten Raumkonzepte wie »KlassenraumPlus», offene Lernlandschaften oder die 500er-Kompartmentlösung, wodurch wechselnde und differenzierte Unterrichtsformen ermöglicht werden.
Die Raumtrennungen sind multifunktional als Mobiliar gestaltet und können mit Fenstern, Sitznischen, Oberlichtern, Glastüren, Schiebetüren oder Vorhängen individuell an die jeweilige Situation angepasst werden.

Belichtung und Atmosphäre

Die kompakten Lernhäuser sind durch eine tageslichtoptimierte Fassade sowie durch Oberlichter in den Klassenräumen und im zentralen Luftraum differenziert belichtet. Um eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen, wechseln sich lichtdurchflutete Bereiche mit ruhigeren, intimen Zonen ab. Die intelligente Lichtführung und Materialwahl tragen wesentlich zur Raumqualität bei.

Brandschutz und Fluchtwege

Die drei Baukörper sind brandschutztechnisch voneinander trennbar und verfügen jeweils über ein eigenes Fluchttreppenhaus. Der zweite Fluchtweg führt jeweils zur Sicherheitstreppe des benachbarten Brandabschnitts. Die Lernhäuser im Obergeschoss bilden zweigeschossige Brandabschnitte mit vernetzter Lüftungsund Verteilungstechnik, während das Gemeinschaftshaus als eigener Brandabschnitt ausgebildet ist.

Turnhalle

Die teilbare Zweifachturnhalle mit Walmdach ist durch einen kurzen Verbindungsgang mit der Schule verbunden. Nebenräume wie Umkleiden, Duschen und Technikräume sind eingeschossig an der Südseite der Halle angeordnet. Die Halle wird über Oberlichter und ein Lichtband an der Nordseite gleichmäßig belichtet und bietet an ihrer Westseite das zusätzliche Highlight einer großen Kletterwand.

Pausenhof

Der zentrale Pausenhof wird durch die verschiedenen Baukörper der Schule und der Sporthalle begrenzt und bildet den gemeinsamen Außenraum, der sowohl in den Pausen als auch für außerschulische Aktivitäten genutzt werden kann. ...