VOLKSSCHULE, STATTEGG

Offener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Leon Christopher Schlesinger, Vinzent Wallner

05|2024 – 07|2024

AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT

STÄDTEBAULICHE ASPEKTE

Das Dorfzentrum von Stattegg wird seit Jahren entwickelt. Der zentrale Platz wird gefasst von der Stattegger Straße, Am Wiesengrund und Eichbergstraße. Das unbebaute Grundstück für den Schulneubau liegt an der nordwestlichen Ecke des öffentlichen Zentrums. Es steigt vom Dorfplatz zur nordwestlichen Ecke um 6 Meter an.

Der Schulneubau rückt nah an die Ostseite des Grundstückes und fasst den Dorfplatz räumlich. Er rückt nah an die Südseite und verbindet das Gelenk des Dorfplatzes (Masterplan »Dorfzentrum 2030«) mit dem gedeckten Haupteingang der Schule. Das Gebäude wird als erdberührender Sockel und zweigeschossiges, schwebendes Klassenhaus vorgeschlagen. Im erdberührenden Sockel halböffentliche, im auskragenden Klassenhaus introvertierter Funktionen.

Der Sockel ist an der Nordseite zweigeschossig. So entsteht ein L-förmiger, zweiteiliger Baukörper. An der offenen Seite des L liegt der Schulhof.

Die Ebene des Dorfplatzes wird (leicht ansteigend) bis auf den Schulhof gezogen. Die Turnhalle schiebt sich im Nordwesten unter das Gelände und das Dach ist Sportfeld. Das vorhandene, ansteigende Gelände wird modelliert und formt einen geschützten Schulhof.

ARCHITEKTIONISCHE / FUNKTIONALE ASPEKTE

Das Gelenk des Dorfplatzes und der Haupteingang der Schule liegen nah beieinander. Kinder und Lehrer betreten über den gedeckten Vorplatz gemeinsam die Schule. Links die Garderoben, rechts der Multifunktionsraum, mittig die Treppe nach oben, gerade weiter zur Turnhalle und den Wirtschaftsräumen – Übersichtlichkeit ist der erste Eindruck. In den beiden Obergeschossen wiederholt sich die Klarheit: rechts die Klassen, mittig Treppe mit Nebenräumen und links die offene Lernlandschaft.

Alle Geschosse sind auf den gemeinsamen Schulhof im Westen ausgerichtet – extrovertierte Funktionen zum Schulhof, introvertierte Funktionen nach Osten. Diese Zentrierung ist gut für die Identifikation mit der Schule – das gemeinsame Zentrum um das sich alles dreht.

Zwischen Klassenhaus und Turnhalle liegt die Freiklasse in einem geschützten Bereich.

Die vier Klassenräume können autark oder verbunden bespielt werden – Verbindungstür an der Fassadenseite. Zum Marktplatz haben die Klassenräume Türen mit Glasteil. Bei geschlossener Tür hat der Lehrer Überblick in die offene Lernlandschaft. Bei offener Tür entsteht eine offene Lernlandschaft. Flexible Raumkonfigurationen ermöglichen verschiedene Lern- und Lehrzugänge.

Die beiden Klassengeschosse werden von einem umlaufenden Balkon umgeben. Im Osten und Süden ist er »nur« einen halben Meter breite Raumerweiterung. Sonnenschutz und Absturzsicherung sind von der warmen Hülle abgelöst und erlauben dadurch optimale Belichtung und Öffnung der Klassen nach außen. Im Norden ist der Balkon breiter, der zweite Fluchtweg wird als Außentreppe integriert. Im Süden zum Schulhof ist er, gekoppelt mit der offenen Lernlandschaft, 1,5m breit.

ÖKONOMISCHE UND ÖKOLOGISCHE ASPEKTE (SPANNWEITEN, MATERIAL)

Einfache, klare Baukörper ermöglichen die ökonomische Umsetzung als Holzhybridbau – größter Teil der tragenden Konstruktion in Holz. Aussteifende Treppenkerne und erdberührende Bauteile werden in Stahlbeton errichtet.

Als messbares Nachhaltigkeitsziel wird die klima:aktiv Silber Zertifizierung definiert. Der Kriterienkatalog Dienstleistungsgebäude gibt 4 Gruppen vor:
A – Standort: Die Wahl des Standortes ist gut und lässt eine hohe Punktzahl erwarten. Der Entwurf kann unter A3 Mikroklima und Grünraum einen Beitrag leisten. Beim Grün und Freiflächenindikator wird durch die kompakte Baukörpergestaltung der mögliche Freiraum maximiert und dieser, das Mikroklima verbessernd, geplant.
B – Energie- und Versorgung: Die Versorgung des Gebäudes mit Energie ist in der weiteren Planung festzulegen. Die Grundlagen dafür – Nutzung Dächer Photovoltaik, Wärmepumpen (Luft oder Wasser) – sichert der Entwurf. Durch die kompakte Baukörpergestaltung und hoch gedämmte Fassaden wird der Energiebedarf geringgehalten. Außen liegende Verschattung reduziert den Wärmeeintrag. In Kombination mit der Möglichkeit zur Nachtlüftung ist keine aktive Kühlung nötig. Selbstverständlich ist eine hohe Luftdichtheit, welche Lüftungswärmeverluste minimiert.
C – Baustoffe und Konstruktion: Besorgniserregende Substanzen (C1 und C2) werden ausgeschlossen bzw. wenn unvermeidbar minimiert. C3 klimafreundlich Baustoffe: Der Entwurf legt die Grundlage für einen optimalen Materialeinsatz – Sockel, erdberührend massiv – Obergeschosse leicht in Holz. Damit ist vom Einsatz ökologischer Materialien über die Kreislauffähigkeit bis zur Ökobilanz für die weiteren Planungsschritte eine optimale Grundlage vorhanden.
D – Komfort und Gesundheit: Die gut gedämmte Außenhülle, außen liegende Verschattung, Nachtlüftung und kompakte Gebäude sichern Thermischen Komfort im Sommer ohne aktive Kühlung. Eine Grundlüftung die mit natürlicher Lüftung kombinierbar ist, sorgt für gute Raumluftqualität. Großzügige Fensterfläche belichten optimal natürlich. ...