MEIDLINE, WIEN

Offener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Rafael Pielorz, Marion Gernbeck, Vanessa Seyr, Vinzent Wallner

Statik: Wolfgang Kirchmaier
Freianlagen: el:ch landschaftsarchitekten

05|2024 – 08|2024

AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT

ENTWURFSIDEE

Die zweigeteilte Aufgabe. Das sich in den kommenden Jahren entwickelnde Sicherheitszentrum an der Hohenbergstraße soll für FußgängerInnen attraktiv mit dem Bahnhof Meidling am Schedifkaplatz verbunden werden.
Darüber hinaus soll ein weithin sichtbares Landmark der sanften Mobilität mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen.

Der Entwurf löst beide Aufgaben mit einer geschwungen 3-fachen Schrägseilbrücke. Diese überquert in zwei großen Schwüngen die Verkehrstrassen und bindet den Theodor-Körner- Park ein.
Sie startet sanft ansteigend im Westen die Flucht der Hohenbergstraße aufnehmend und knickt nach Süden über die Edelsinnstraße und die Südbahntrasse ab. Zum Theodor-Körner- Park fällt sie ab und bindet diesen ein. Hier steigt sie Richtung Nordosten knickend an und überbrückt die Breitenfurter Straße. Sanft fallend, leicht nach Osten abbiegend endet sie am Bahnhof Meidling.

Die Steigungen der Brücke liegen zwischen eben und 4%. An der Hohenbergstraße startet sie auf Straßenniveau und quert die Edelsinnstraße auf 6,2 m (freier Querschnitt unter der Brücke 4,7m). Danach fällt Sie zum Theodor-Körner-Park ab und bildet einen zentralen Zugang. Wieder ansteigend quert sie die Breitenfurter Straße in 6,6 m Höhe (freier Querschnitt unter der Brücke 4,7m) und endet 3m oberhalb des Schedifkaplatzes auf einer neu geschaffenen Terrasse – das bestehende Bahnhofdach wird verlängert. Treppen und der Lift des Bahnhofs erschließen den Platz.

Der Brückenpfeiler an der Hohenbergstraße steht südlich der Brücke, im Theodor-Körner-Park steht er nördlich um den bestehenden Park so wenig wie möglich zu stören. Am Schedifkaplatz steht er wieder südlich in einem Bereich ohne unterirdische Einbauten. Die Brücke schlängelt sich dynamisch um Pfeiler und Bäume.

Die Brücke zeichnet sich durch einen besonderen Querschnitt aus: Es gibt keine Trennung zwischen Gehweg und Brüstung. Die Bildmetapher dazu ist ein Tuch, das beidseitig gehalten wird und eine Rinne bildet. In der Mitte der Brücke beim Theodor- Körner- Park wird eine Seite losgelassen. Die Rinne öffnet sich, die Brüstung legt sich und wird zum aufgeweiteten Gehweg.

Die Brüstungen sind mit den Seilen geneigt. Um den freien Mindestquerschnitt von 3m Breite einzuhalten, wird der Gehweg partiell aufgeweitet. In diesen Aufweitungen sind Bänke in das Geländer integriert.

1. Schedifkaplatz:
Die Brücke quert den Platz in 3 Metern Höhe. Sie steigt leicht um 4% an.
Wege, Abgänge und Rampen am Platz können unverändert bleiben. Das Brückenfundament und der Brückenpfeiler am Platz sind punktuelle Interventionen.
Ein rechteckiger Umlauf verbindet Brücke und U-Bahnstation miteinander. FussgängerInnen benutzen die Treppen. Für Rollstühle wird der bestehende Aufzug der U-Bahn verlängert. Würstelstand und Wochenmarkt bereichern die Transitzone.

2. Philadelphiabrücke:
Die FussgängerInnenbrücke ist in 3m Höhe mit 4% Steigung gestartet und quert die Philadelphiabrücke in 6,6m Höhe. (freier Querschnitt 5,1m für Straßenbahnen und KFZ). Richtung Theodor-Körner-Park fällt sie 4% Gefälle ab.

3. Theodor-Körner-Park:
Die neue Brücke quert den Park schwebend und knickt in dessen Mitte nach Nordwesten ab. An diesem Knickpunkt steht der Brückenpfeiler und die Brücke erreicht Ihren tiefsten Punkt. Dieser wird als Ausgang – Herunterknicken der Brückenbrüstung – ausgebildet. Den letzten Meter Höhe zum Park vermitteln zwei Rampen und eine Treppe.

4. Querung Bahntrasse und Edelsinnstraße:
Die Brücke steigt 4% an, um die freien Querschnitte an der Bahn und der Edelsinnstraße überwinden.

5. Kasernenpark:
Die Einbahnstraße Hohenbergstraße wird aufgelassen. Der stadtauswärtsfahrende Bus wird auf die gleiche Strecke wie der stadteinwärts fahrende Bus verlegt. (Sollte sich die Verlegung als unmöglich erweisen, wäre auch eine Busspur direkt neben der Brück möglich.)
In der Hohenbergstraße führt die Brücke mit einem Gefälle von 4% auf das Niveau des Platzes herab. Der Kasernenpark als Entree für das Sicherheitszentrum wird neu gestaltet.

TECHNISCHER BERICHT MIT STATISCH-KONSTRUKTIVEM KONZEPT (TRAGWERK UND FUNDIERUNG) UND MIT BAUABLAUF- UND BAULOGISTIKKONZEPT IN PRÜFFÄHIGER FORM

Das Tragwerk der Meidline ist eine ca. 360m lange Schrägseilbrückenkonstruktion mit drei leicht schräg gestellten Pylonen. Durch die geplante geknickte Linienführung der Brücke im Grundriss, bei der sowohl der kürzeste Weg über die Bahn und auch über die Wienerbergbrücke gewählt wurde, ergeben sich die Positionen der drei Pylone zwangsläufig.

Pylone - ...