BG/BRG, GERASDORF

Offener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Julia Erlinger, Paul Halbritter, Vinzent Wallner, Rafael Pielorz

Freianlagen: studio blaugruen

03|2024 – 05|2024

AUSZUG aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT

STÄDTEBAULICHE ASPEKTE

Wachsende Bevölkerungszahlen transformieren die Landschaft. Auf langen, schmalen, landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen über die Jahre Bebauungen, die sich an der historischen Grundteilung ausrichten.

Für unseren Bauplatz ist eine leicht im Uhrzeigersinn verdrehte NordSüdOrientierung des Grundstückes mit dem Seitenverhältnis 1:3 gegeben. Auf der Nordseite soll fußläufig und auf der Südseite mit Individualverkehr erschlossen werden. Westlich, über eine Bauparzelle die für verdichteten Wohnbau vorgesehen ist, kann eine geplante Bushaltestelle an der Seyringer Straße erreicht werden. Östlich ist ebenfalls verdichteter Wohnungsbau geplant. Die Verlängerung der Lorenzgasse ist wahrscheinlich. Zwischen Seyringer Straße und Lorenzgasse ist von der Bahnstraße beginnend nach Süden sich entwickelnd ein städtebauliches Muster erkennbar: Ostwestverbindungen erschließen die Grundstücke. Eine Nordsüdverbindung für Fußgeher und Radfahrer verspringt an en Kreuzungspunkten um eine Parzelle. An diesen Kreuzungen entsteht ein kleiner Quartiersplatz.

Dieses Muster strukturiert unserem Bauplatz und die zukünftig angrenzende Wohnbebauung.

Auf der Westseite des Grundstückes wird eine durchgehende Fuß- und Radverbindung vorgeschlagen. Dieser Nordsüdweg wird durch den »Bushaltweg« mit der neuen Haltestelle des Buses verknüpft. Weiter südlich gibt es den »Lorenzweg« der auf die verlängerte Lorenzgasse führt. Die neue noch zu planende Wohnbebauung kann dieses städtebauliche Muster aufnehmen. Zwischen den Schnittpunkten der Wegkreuzungen liegen die Freiflächen – Schulvorplatz, Schulhof und Sportplatz. Die Baukörper fassen diese drei Räume. Der Schulbaukörper besteht aus einem ein- bis zweigeschossigen Sockel und drei darauf liegenden Baukörpern. Die Turnhalle steht abgerückt. Der Lorenzweg führt zwischen beiden Gebäuden hindurch.

ARCHITEKTIONISCHE FUNKTIONALE ASPEKTE

Die Schule – Über den Vorplatz und einen gedeckten Bereich betritt man den Neubau und steht in der Aula. Die Blickbeziehung von hier sind vielfältig, schaffen Überblick und schnelle Orientierung.

Das Gebäude gliedert sich in Sockel mit halböffentlichen Nutzungen und drei darüberliegenden Lernhäusern. Der Sockel ist im Nordflügel eingeschossig und im Südflügel zweigeschossig. Die beiden Geschosse sind mit Lufträumen verbunden.

Die Lernhäuser im Süden und im Norden sind eingeschossig und über die Treppenhäuser 1 und 3 erschlossen. Die Pausenflächen und offenen Lernbereiche liegen mittig von oben belichtet. Das mittlere Lernhaus ist zwei(einhalb)geschossig und wird über das Treppenhaus 2 erschlossen. Die Pausenflächen liegen durchgesteckt zwischen den Fassaden.

Als Lernhaus wird eine Gruppe von vier Klassenräumen mit eigener Garderobe (Einsehbarkeit) und direkt zugeordneten Pausenflächen mit Freibereich vorgeschlagen. Es gibt die Lernhäuser Unterstufe 1 bis 6 und Oberstufe 1 bis 3. Alle Lernhäuser sind als »Sackgassen« konzipiert, das heißt es gibt keinen störenden »Durchzugsverkehr«.

In der Lernhausstruktur ist Unterricht in der Klasse und offener Unterricht mit Nutzung der davor liegenden Pausen- und Erschließungsflächen möglich. Die Grundrisse passen sich an das pädagogische Konzept an.

Sechs Lernhäuser werden zu Zwillingslernhäusern zusammengefasst. Dadurch können Projekte die über die Lernhäuser hinausgehen realisiert werden bzw. ist die Flexibilität der Klassenzuteilung höher.

In jedem Lernhaus liegen 4 Klassen für je 25 Kinder und Jugendliche. 100 Kinder pro Lernhaus bzw. 200 Kinder beim Zwillingslernhaus sind eine gute Größe zwischen den Zwängen effizientes Betreiben und überschaubare Gruppengröße.

Zwischen den drei Lernhäusern gibt es Terrassen, an den Ende der Lernhäuser gibt es vorgelagerte Balkone. Jedes Lernhaus bekommt seinen eigenen Freibereich.

Die innere Holzkonstruktion findet im strengen Fassadenraster ihre Entsprechung. Vorgehängte, senkrechte Hölzer nehmen den außenliegenden Sonnenschutz auf. Die Fenster liegen je nach der dahinter liegenden Funktion weiter oben oder weiter unten. Im Erdgeschoss gehen sie auch bis zum Boden und werden zu Türen.

In den oberen Geschossen wird der außen liegende Sonnenschutz mit Lamellen und im Erdgeschoss mit farbigen Markisen realisiert. ...

Die Freianlagen – Der Schulvorplatz im Norden hat die Funktion des Ankommens. Die befestigte Fläche wird auf den Bereich unmittelbar bei den Eingängen beschränkt. Die Grünflächen werden waldartig bepflanzt. Der Schulgarten, der Lesegarten und eine Pflanzfläche sind wie Intarsien eingelegt.

Der Pausenhof ist ähnlich angelegt: befestigte Fläche bei den Ausgängen, zwei eingelegte Sonderflächen (Outdoorklasse und Laufbahn mit Weitsprunganlage), waldartige Bepflanzung.