Offener einstufiger Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Vinzent Wallner, Rafael Pielorz, Julia Erlinger, Paul Halbritter, Vanessa Seyr
01|2024 – 04|2024
aus dem ERLÄUTERUNGSBERICHT
Das neue Gebäude schließt den Block an der Südwestseite. Der introvertierte, parkartige Freiraum in der Mitte wird gestärkt und zum gemeinsamen Outdoorfoyer für Schule, Werkstätten und Internat mit Speisesaal.
Zwischen der Bestandsschule und dem neuen Internatsgebäude bleibt eine 10m breite Lücke. Diese wird im ersten Obergeschoss durch eine Brücke überspannt und unter Terrain mit einem Gang gequert. Der Übergang öffentlich (Parkplätze, Straße) zu halböffentlich (Outdoorfoyer als Vorzone der Eingänge) ist subtil ablesbar.
Um den Zugang zu den Werkstätten nicht zu verstellen, ist das neue Internatsgebäude an der Südostecke des Blockes 13,5m zurückgesetzt. Im frei werdenden Platz ist die Anlieferung untergebracht.
Die notwendigen Parkplätze liegen ökonomisch an den Außenseiten des Grundstückes.
Dem öffentlichen Teil des neuen Hauses – dem Speisesaal – ist eine herausgehobene Terrasse vorgelagert. Drei Stufen über dem parkartigen Outdoorfoyer liegend, ist er Teil von diesem und genießt die geschützte »Beobachterlage«. Richtung Südosten sin die Nebenräume (Küche, Lager, Personal) angedockt. Zum Windfang sind die WCs orientiert – kurzer Weg vom Speisesaal und Zugang ohne Belästigung.
Ebenfalls im Windfang startet das Stiegenhaus aus dem Untergeschoss kommend und in die Obergeschosse führend. Der Zugang zu den drei Internatsgeschossen ist so auf drei Wegen möglich:
Die Treppe mit Lift ist in den unteren beiden Geschossen zweiläufig und in den oberen Internatsgeschossen einläufig. Sie liegt außermittig im Grundriss Richtung Schule verschoben. An die Treppe angedockt sind übergeordnet nutzbare Räume (Aufenthalt, Erzieher bzw. Fitness), denen eine Terrasse vorgelagert ist.
Dieses Element – Sonderräume mit Terrasse – wird am anderen Ende des Grundrisses im Süden wiederholt. Hier sind es die Aufenthaltsräume mit Teeküche denen eine Terrasse vorgelagert wird.
An beiden Seiten des mittig liegenden Ganges sind die Zimmer pragmatisch aufgefädelt – das ökonomische Prinzip des Zweihüfters. Die relativ kurzen Gänge münden in lichtdurchflutete Gemeinschaftszonen. Es gelingt eine übersichtliche und natürlich belichtete Grundrisslösung.
Im ersten Obergeschoss verbindet eine Brücke Internat und Schule mit 6% Gefälle als barrierefreie Rampe. Die beiden angrenzenden Aufenthaltsräume sind vom Rest des Internats abtrennbar. So wird der Wunsch nach Abschließbarkeit des Internatstraktes während der Schulzeiten umgesetzt.
Die inneren Funktionen zeigen sich außen.
Im Erdgeschoss sind die öffentlichen Funktionen mit der Umgebung verbunden. Dies zeigt sich in einem erdverbundenen, robusten Sockel. Bodengebundene Fassadenbegrünung ist gestalterisch stimmig, gleichzeitig verbessert sie das Mikroklima. Gezielt gesetzte großzügige Öffnungen zeigen das Innen außen.
Die oberen drei Geschosse werden als hölzerne, warme, beschützende Geschosse gezeigt. In ihnen liegen die Zimmer. Fensterbänder belichten, Schiebeläden schützen Schutz vor zu viel Sonne. An den Ecken (Süd- und Nord-Ecke / Terrassen bzw. die Sonderräume) sind die Bänder etwas offener ausgebildet.
Der parkartige Freiraum im Inneren wird weiterentwickelt (neue Sitzgelegenheiten, Baumergänzung) und am Eingang im Westen bis zur Straße gezogen. Die Parkplätze werden weitestgehend unversiegelt und mit Versickerungsmulden ausgestattet. Einzelbäume verschatten und sorgen für angenehm, natürliches Klima.
Die Räder werden an der Westseite der Bestandsschule abgestellt.
Die beiden unteren Geschosse können massiv, die drei oberen Geschosse in Holz gebaut werden. Durch die Wohnungstrennwände ist eine Schottenbauweise mit massiven Holzwänden und -decken ökonomisch wie ökologisch sinnvoll. Die Fassade kann aus vorgehängten, nichttragenden Holzsandwichelementen realisiert werden.