nicht-offener, städtebaulicher und landschaftsplanerischer
Ideenwettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Rafael Pielorz
Paul Halbritter
Leon Schlesinger
Illustration: Katja Seifert
ARGE mit
SCHREMMER-JELL ZT GMBH
el:ch landschaftsarchitekten
09|2023 – 11|2023
aus dem Erläuterungsbericht:
ENTWURFS- UND LEITIDEEN
RAUMABFOLGE Die vom Bahnhof durch das Quartier führende
Geh- und Radverbindung ist als abwechslungsreiche Abfolge
von Wegen und Plätzen gestaltet. Im Norden eröffnet ein urbaner
Platz, belebt durch gastronomische und kommerzielle Nutzungen,
das Quartier. Es folgen ein Wohnplatz und zwei weitere,
südlich der Wolferstraße gelegene Wohnzimmerplätze.
RAUMATMOSPHÄREN Der nördliche Platz, eingebettet in das
langfristig zu entwickelnde Gebiet, wird durch Gewerbe im Erdgeschoss
und der Kindertagesstätte belebt. Die Kultureinrichtung
»Freiraum« und das kleine Cafe gegenüber können sich harmonisch
zum Platz hin entwickeln und diesen bespielen. Die günstige
Lage in der Nähe zum gewährleistet eine lebhafte Kundenfrequenz.
Der Platz in der Quartiersmitte ist zentraler Treffpunkt der Bewohner,
mit einem Spielplatz, Freiraum für Bewegung und Aufenthalt
im Grünen.
Die beiden Plätze südlich der Wolferstraße sind als intime Wohnzimmerplätze
konzipiert, die eine persönliche Atmosphäre für die
direkten Anwohner schaffen.
BAUKÖRPER Die architektonische Palette des Quartiers umfasst
einen Sonderbau (Hofgebäude am Platz) und drei Baukörpertypen
(versetzte Zeile, Winkelhaus, Doppelhaus). Flach- und
Satteldächer, sowie Hochparterre und ebenerdiges Erdgeschoss
vereinen sich zu einer harmonischen Mischung, und bilden eine
abwechslungsreiche, organisch gewachsene Gesamtkomposition
die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügt.
Die höhere, dreigeschossige Bauweise im Norden und Westen
reagiert auf die Lärmbelastung durch den Bahnverkehr und das
Gewerbe. Sie schirmt das Innere des Quartiers ab. Auf den Plätzen
entstehen so Oasen der Ruhe.
Die Ränder des neuen Quartiers passen sich harmonisch an die
Nachbarschaft an und verweben Bestand und Neubau miteinander.
Die Gebäude entlang der Bahnhofstraße orientieren sich an
der vorhandenen, straßenbegleitenden Bebauung.
GRUNDRISSTYPEN Die drei Baukörpertypen werden durch Verdrehen
und Spiegeln an die jeweilige Situation angepasst. Dies
dient einerseits der Abschottung von Lärmquellen (Sägewerk
in Westen) und andererseits einer räumlichen Vernetzung der
Hauseingänge mit den Plätzen und Durchgängen zu den Gärten.
NUTZUNGSKONZEPT
In den Erdgeschosszonen am Eingangsplatz befinden sich Gewerbeflächen, sowie eine Kita und ein kleines Cafe. Alle anderen Flächen sind für Wohnzwecke vorgesehen. Im Erdgeschoss liegen Eingangsbereiche, Rad- und Kinderwagenabstellflächen, sowie gemeinsam genutzte Räume (z.B. für Kindergeburtstage...) Die geschäftigeren Nutzungen wie Gewerbe und Kita sind nördlich in Bahnhofsnähe platziert, um eine Grundfrequenz für Gewerbe zu gewährleisten und die Wohnplätze im Inneren des Quartiers ruhig zu gestalten.
FREIFLÄCHENKONZEPT
Das Quartier entwickelt sich als Raumabfolge von urbanen
Platz- und Spielflächen im Norden zu immer stärker grün geprägten
Flächen im Süden und in den Randbereichen. Die Übergänge
von befestigten Flächen zu den Gärten und Biodiversitätsflächen
werden durch Grünfugen fließend gestaltet.
Die Erdgeschosswohnungen verfügen über großzügige Holzterrassen,
zwischen den Einheiten durch Sichtschutzwände
separiert. Breite Pflanzstreifen zu den halböffentlichen Flächen
dienen als grüner Filter und schaffen individuelle Privatsphäre in
den Gartenzonen. Grüne »Flöße« – Hochbeete mit Sitzmöbeln
und Baumpflanzungen – sorgen für eine subtile Gliederung der
Räume und einen hohen Grünanteil auch über den Tiefgaragen.
VERKEHRS- UND ERSCHLIESSUNGSKONZEPT
Unter dem nördlichen Grundstück liegt eine Quartiersgarage mit
xx Stellplätzen, zugänglich von Norden. Das südliche Grundstück
beherbergt eine kleine Garage mit xx Stellplätzen, zugänglich
von der Wolferstraße. Oberirdisch sind Stellplätze für
Besucher und bei den Doppelhäusern vorgesehen, die sich im
südlichen Teil des Quartiers konzentrieren.
Ein kombinierter Fuß- und Radweg durchzieht das Quartier, mit
ebenerdig an den Eingängen angeordneten Fahrradstellplätzen.
Die Plätze sind befahrbar für die Feuerwehr, geringfügige Anlieferung,
Umzugsfahrzeuge und Pflegedienste.
PARZELLIERUNGS- UND UMSETZUNGSKONZEPT
Das Quartier gliedert sich in vier große Parzellen: ein langfristig
zu entwickelndes Gebiet im Norden, ein Grundstück direkt nördlich,
sowie zwei Grundstücke südlich der Wolferstraße.
Sechzehn kleinteilige Parzellierungen für Doppelhäuser sind am
südlichen und westlichen Rand des Gebietes vorgesehen.