CAMPUS HTBL NEUBAU BALLSPIELHALLE
IN HOLLABRUNN

offener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Vinzent Wallner
Julia Ehrlinger
Rafael Pielorz

01|2023 – 03|2023

aus dem Erläuterungsbericht:

Kurzbeschreibung der konzeptiven und gestalterischen Qualitäten Der bestehende Normturnsaal und die neue Ballspielhalle werden funktional als Einheit gelesen.

Durch minimalinvasive Umbaumaßnahmen (Verlängerung der Rampe zur barrierefreien Erschließung, eine zusätzliche Tür mit eingestellter Stiege, leichte Trennwände zur Abtrennung der Umkleiden) können die vorhandenen Nebenräume (obere Ebene Normturnsaal) zukünftig die Lehrerumkleiden aufnehmen.

Die unschöne Bestandstreppe ins Freie wird entfernt und stattdessen ein Lift eingebaut, welcher die untere Ebene des vorhandenen Normturnsaal über den Geräteraum barrierefrei anbindet.

Zum Erschließungsgang des bestehenden Normturnsaal wird senkrecht der Zugang zur neuen Halle gelegt. An der Kreuzung beider entsteht eine kleine Aufweitung mit davorliegender Freifläche. Der Weg zu den Volleyballfeldern östlich und den Sportflächen westlich ist dadurch nicht nur praktisch, sondern auch hell und abwechslungsreich.

Von der Schmutzzone geht es durch drei Umkleideblöcke a zwei Umkleiden mit gekoppelter Dusche in die Sauberlaufzone. Es werden also die beiden Umkleideblöcke der neuen Halle und der Umkleideblock der bestehenden Halle (welcher nun die Lehrerumkleiden aufgenommen hat) als Einheit geplant, was Vorteile in der Nutzung (Variabilität) und der Unterhaltung (Reinigung) hat.

Die Sauberlaufzone ist an die Treppe des Bestandsnormturnsaales angebunden, weshalb auch für diesen eine Trennung schmutz - sauber erreicht werden kann.

Die neue Ballspielhalle, die Umkleiden, der Geräteräume gegenüber, der auch bei Teilung der Turnhalle voll zugänglich ist, liegen auf einer Ebene.

Die Nebenräume liegen unter Terrain. Die Erschließung ist sparsam mit Oberlichtern akzentuiert. Da die Ballspielhalle höher ist, kann sie über große Fenster von Norden optimal ohne zusätzlichen Sonnenschutz belichtet werden.

Begründung der Positionierung der Baumassen im Wettbewerbsgebiet Die Position im Wettbewerbsgebiet ergibt sich aus den funktionalen Verbindungen unter Terrain. Die herausstehende Halle ist von den Bestandsgebäude abgerückt und in die terrassierte Landschaft eingepasst.

Äußeres Erscheinungsbild: Position, Orientierung Volumetrie, Proportionen, Identifikation, Fassade, Materialien, und Farbe.

Der neue Baukörper steht etwas abgerückt zu den Nachbargebäuden. Die Nebenräume sind mit Erde überdeckt.

Der entstehende etwas distanzierte äußere Eindruck soll durch die Bepflanzung (umgeben von Sträuchern und Bäumen) verstärkt werden. Eine bronzefarben, elxierte Aluminiumfassade schützt den hölzernen Bau verlässlich. Nach außen ist er fensterlos (nur nach Norden gibt es ein Fensterband). Die Funktion ist nicht sofort ersichtlich. Der geheimnisvolle Eindruck irgendwo zwischen Gebäude und Natur angesiedelt, wird als gute städtebauliche Antwort zum vernetzten und gestaffelten Gebäudekonglomerat gesehen.

Der Baukörper hat eigentlich keine Schauseite. Am ehesten kann man den Raum zwischen den beiden Turnhalle mit kleinem Vorbereich als Schauseite verstehen, daher wurde das Schaubild auch entsprechend gewählt.

Tragwerk

Die in der Erde gelegene Gebäudeteile (unterer Teil der Halle, Geräteräume, Umkleiden) sind massiv in Stahlbeton ausgebildet. Der obere Teil der Halle ist in Holzsandwichelementen angedacht. Neun Holzleimbinder überspannen die kurze Seite der Halle. Dazwischen werden vorgefertigte, gedämmte Holzfertigteile (Hohlkästen) eingehängt.

Technische Gebäudeausrüstung

Die Umkleiden werden mechanisch be- und entlüftet.

Die Ballspielhalle wird natürlich belüftet. Dafür können die Fenster elektrisch geöffnet werden, wobei eine sich gleichzeitig öffnenden Klappe im Geräteraum für Nachströmung (Querlüftung, Kamineffekt) sorgt.

Brandschutzkonzept

Der Bestandsnormturnsaal bleibt unverändert. An der Schnittstelle zur neuen Halle wird eine Brandschutztür vorgesehen. Die neue Ballspielhalle ist ein Brandabschnitt. Die Umkleiden können abgetrennt werden.

Fluchtwegkonzept

Im Bestandsnormturnsaal wird der Fluchtweg nicht verändert. Die Ballspielhalle bekommt zwei Fluchtausgänge Richtung Osten und Westen.

Oberflächenwässer – Photovoltaik

Die auf dem Hallendach entstehenden Oberflächenwässer können in der die Halle umgebenden Bepflanzung versichert werden. Das hat auch mikroklimatische Vorteil.

Auf eine extensive Begrünung des Daches kann verzichtet werden, was die weitgespannte Konstruktion verschlankt, die Dachelemente vereinfacht und Photovoltaik auf der gesamten Fläche erleichtert.