Offener Städtebaulicher Wettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Rafael Pielorz
Paul Halbritter
Marion
Gernböck
Vinzent Wallner
Julia Erlinger
Schaubild Grit Koalick (visuranto)
12|2022 – 06|2023
WETTBEWERB RAIFFEISENSTRAßE ÖBB AREAL OSTBAHNHOF
- ERLÄUTERUNGSBERICHT
Städtebau
Das ÖBB Areal Ostbahnhof wird vierteilig zoniert: 1. Öffentlicher
Park im Norden, 2. Gewerbe als Rückgrat für Park und 3.+4. und
zweiteiliges Wohnen.
Der öffentliche Park – hier wird als Arbeitstitel Fröhlich Park eingeführt
– ist für die gesamte Umgebung nutzbar. Daher wird die
Lage im Norden an der Fröhlichgasse und bei der Querung der
Bahn vorgeschlagen. Der Zutritt ist aus allen Richtungen offen.
Die mittlere Gewerbescholle wird als Rückgrat bildendes und
gleichzeitig funktional verbindendes Gebäudeensemble vorgeschlagen.
Die fünfgeschossige Scheibe auf zweigeschossigem
Sattel ist Rückgrat für den Fröhlich Park und für das Wohnen.
Über das Quartier hinausreichende Funktionen (Büro, Gastronomie,
Kinderbetreuung, Einkaufen) sind zugleich auch Funktionen
die durch das neue Wohnen genutzt werden und von Bewohnern
betrieben werden.
Die beiden Wohnschollen bestehen jeweils aus einem langen
Baukörper an der Bahn und zwei Punktbauten zur Raiffeisenstraße.
Zur Bahn im Osten wird ein Rücken gebildet, nach Westen
öffnet sich die Bebauung zur Raiffeisenstraße. Zwischen den
Baukörpern wird eine interne Platzabfolge aufgefädelt. Diese beginnt
auf der Gewerbescholle mit der schräggestellten Scheibe
und der Terrasse mit Freitreppe und endet an der Bahnunterführung.
Sie kann in der zukünftigen Stadtentwicklung weitergeführt
werden.
Der Fröhlich Park
Um viele verschiedene Nutzungen im Park zu integrieren, wird
das Setzkastenprinzip vorgeschlagen (abgeleitet aus den Bleilettern
des Schriftsatzes). Fünf Felder dienen sehr unterschiedlichen
Nutzungen (Sonnenwiese, Speaker's Corner, Kletterwiese,
Tischtennis + Boccia und Kinderspielplatz). Die fünfeckige Form
der Felder orientiert sich an den Häusern des neuen Wohnquartiers.
Rahmend für den spielerischen Fröhlich Park sind im Norden,
Osten und Westen Baumalleen und im Süden das Bürogebäude.
Die Gewerbescholle
Das Gebäude wird als zweigeschossiger Sockel mit Bürogebäude
und einem kleinen Anteil Wohnen vorgeschlagen.
Im Erdgeschoss des Sockels sind Nutzungen mit hoher Frequenz
wie ein kleiner Supermarkt, Trafik, etc. möglich. Im Obergeschoss
des Sockels wird ein Restaurant mit Parkterrasse und
ein Kindergarten mit nach Süden orientierter Freitreppe situiert.
Das Bürogebäude ist als schräg gestellte Scheibe Rücken des
Parkes und Beginn der östlichen Bebauungsreihe des Wohnens
(Haus 7+8).
Im Haus1 sind Wohnungen geplant. Dieser Baukörper verknüpft
zur Bebauung im Westen.
Die beiden Wohnschollen
Die Sockelgeschosse werden durch Kleingewerbe belebt. Zur
Raiffeisenstraße kann das der Bäcker oder der Fleischhauer
sein. Richtung Bahn sind Lagerflächen, ein Fahrradgeschäft oder
ähnliches mit geringerer Frequenz angedacht. Die Eingänge mit
Radabstellflächen komplettieren die belebte Sockelzone.
Die Häuser 2 bis 5 variieren in der Höhe mit 4 bis 5 Obergeschossen.
Sie sind als fünfeckige Punkthäuser mit je vier Wohnungen
pro Geschoss organisiert. In jedem der Häuser gibt es im zweiten
bzw. dritten Obergeschoss einen Rücksprung. Differenzierte
Freiflächen und kleinteilige Baukörper sind das Ziel.
Die Häuser 7 und 8 sind mit fünf bzw. sechs Obergeschossen etwas
höher als ihre Nachbarn im Westen. Beide Häuser nehmen
durchgesteckte Wohnungen auf. Zur interessanten aber auch
etwas lauten Bahnseite liegen die Wohnräume mit großen Balkonen.
Zur ruhigeren Westseite sind die Schlafräume orientiert.
Auch wenn die Gleise derzeit keine Bahnhauptstrecke sind, so ist
doch zukünftig mit einem Ausbau zu rechnen und diese Entwicklung
wird bereits berücksichtigt.
Freiraum
Entlang der Raiffeisenstraße und der Bahngleise wird jeweils
eine durchgehende Allee vorgeschlagen. An der Raiffeisenstraße
ist dies eine klassische Stadtallee mit Geschäften, Parkplätzen,
Fuß- und Radweg. An den Gleisen wird die Allee in einen langgezogenen
Park transformiert.
Zwischen den Gebäuden gibt es ein Netz aus Kinderspielplätzen,
Wegen zu den Eingängen und kleinen Plätzen. Eine moderne,
abwechslungsreichen Spiellandschaft wird geformt.
Architektur
Es wird ein Materialdreiklang – Gewerbenutzung in den Sockeln,
Baukörper Büro und Baukörper Wohnen – vorgeschlagen.
Die Sockelzone aus Plattenfassaden und Verglasungen mit stehenden
Formaten und einheitlichem Material schafft eine robuste
Einheitlichkeit.
Die darüber liegenden Nutzungen sollen zur Sockelzone einen
großen Materialunterschied aufweisen.
Für die Wohnnutzung wird eine verputzte Lochfassade vorgeschlagen.
Die Häuser haben verschiedene Farben. Das Spiel
mit drei Fensterformaten (Balkone mit dahinterliegenden bodentiefen
Fenstern, französische Fenster und Fenster mit Parapet)
führt zu differenzierten Grundrissen.
Das Bürogebäude soll eine ruhige, gläserne Bürofassade bekommen.
Der Dreiklang könnte lauten:
- mäandrierende Sockelzone aus eleganten, stehenden
Plattenformaten in einheitlicher Optik durch das ganze Quartier
- farbige Wohnkuben mit abwechslungsreichen, individuellen
Lochfassaden
- modernes, gläsernes Bürogebäude
Parzellierung, Wirtschaftlichkeit
Das gesamte Areal wird in vier Segmente unterteilt und kann
in vier Bauabschnitten beplant und realisiert werden. Eine wirtschaftliche
Errichtung wird durch die Größe der einzelnen Bauparzellen
ermöglicht.