NEUBAU DES INNOVATIONSQUARTIER
IN BREGENZ

nicht-offener, einstufiger, interdisziplinärer
Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Vinzent Wallner
Julia Ehrlinger
Rafael Pielorz

Berater:
merz kley partner GmbH
Kunesch Consulting ZT GmbH

10|2022 – 02|2023

aus dem Erläuterungsbericht:
Die beiden bestehenden Wohnhochhäuser (9 bzw. 11 Geschosse) rahmen das neue Holzhochhaus. An der Geländekante der Arlbergstraße stehend wird es gesehen und hat Aussicht. Es ist von den Straßenfluchten Arlbergstraße und Josef-Huter-Straße etwas zurückgesetzt. Es bleibt Platz zur Straße, es bleibt Platz für die Kreuzung der Wege.

Zwei Flügelgebäude (vier- und fünfgeschossig) bilden den Brändleplatz. Dieser tritt in Zwiesprache zum Brändlepark.

Zwischen den Gebäuden bleiben Durchgänge zum Platz. So wird dieser zum öffentlichen Eingang für den Brändlepark.

Alle drei Gebäude bekommen einen Sockel. Dieser wird in der Sprache des Platzes ausgebildet. So gehören die Sockel formal und funktional zum Platz. Die Schauseiten orientieren sich zum Platz und bei der Kreuzung auch zu den Straßen.

Beim Hochhaus folgen auf dem eingeschossigen Sockel 12 Wohngeschosse. Die zwischen den Stützen und Decken entstehenden Rechtecke werden durch Fassadenmodule mit Öffnung gefüllt. Eine kleinteilige Fassade formt durch sich wiederholende Elemente den kompakten Wohnturm.

Beim südlichen Flügelbau für den Ankermieter Siemens ist der öffentliche Sockel eingeschossig und es folgen drei Bürogeschosse mit Fensterbändern.

Beim nördlichen Flügelbau ist der öffentliche Sockel zweigeschossig und es folgen drei Wohngeschosse. Zum östlichen Nachbargrundstück bleibt das Gebäude zweigeschossig. Das Dach ist hier als Kinderspielplatz und Urban Gardening öffentlich begehbar.

Die drei Baukörper haben drei verschiedene Fassaden und einen verbindenden Sockel.

Für beide Flügelbauten ist ein Balkon mit wucherndem Grün vorgesehen. Sie begleiten das Hochhaus.
Für die Wohnungen im Durchgang sind diese Balkone wichtig. Die gewünschte Enge aus dem Städtebau paart sich mit guter Belichtung und einem schönen Ausblick.
Auf dem nördlichen Flügelbau ist das Dach zum Park mit Spielplatz und Urban Gardening öffentlich zugänglich.

Die zweigeschossige Garage liegt unter dem Platz und unter den Häusern. Mittig erfolgt der Aufgang zum Platz. Hier steht ein schöner großer Baum. Zusammen mit Bänken formen Aufgang und Baum die Mitte des Platzes. Die Einfahrten von der Arlbergstraße und der Josef-Huter- Straße sind soweit als möglich von der Kreuzung abgerückt.

ARCHITEKTUR Das Holzhochhaus besteht aus einem öffentlichen Sockelgeschoss und zwölf Wohngeschossen. Mittig liegt die Erschließung mit einem Sicherheitstreppenhaus der Stufe 2 (mit Schleuse) und zwei Liften. Ein Lift führt in die Garage.

Jeweils drei Geschosse werden durch einen Luftraum verbunden. Vier dreigeschossige Häuser ergeben den zwölfgeschossigen Wohnturm. In jedem Haus unten ist die Eingangszone mit Briefkästen, White Label Paketboxen etc. Oben gibt es einen Gemeinschaftsraum über den natürlich belichtet wird. Die Häuser können spezialisiert werden. Für die Newcomer gibt es einen Treffpunkt mit Wuzler und Kühlschrank, Settled bekommt Raum für Kinder, Retired für Pflege und Zusammensitzen und Overview den Weintemperierschrank.

Um die zentrale Erschließung sind die Wohnungen aufgereiht. Einem Ring aus Nebenräumen (Bad, WCs...) folgt ein Ring aus Aufenthaltsräumen und an den Ecken und mittig Balkonen bzw. Loggien. Zwischen massivem Treppenkern und Holzstützen außen spannen Holzbetonverbundflachdecken. Die Fassade ist als Holzsandwichelementen außen vorgehängt. Die Holzkonstruktion bleibt innen sichtbar und wird imagebildend.

Der südliche Flügelbau für den Ankermieter Siemens ist mittig erschlossen. Um den zentralen Kern liegen die Büros. Diese sind flexibel teilbar und optimal belichtet.

Ergänzend gibt es beim Durchgang zum Hochhaus eine siemensinterne Erschließung bis ins OG2. Diese endet an der grünen Terrasse. Zusammen mit den Räumen im EG mit Anlieferung von der Straße sowie Anbindung des Seminarraumes an den Platz ergeben sich vielfältige und flexibel auf die Bedürfnisse von Siemens zugeschnittene Räume.

Der nördliche Flügelbau wird ebenfalls mittig erschlossen mit Zugängen im EG von der Straße und zum Platz. Ein Geschäft verbindet die Josef-Huter-Straße und den Brändleplatz. Das Cafe bzw. Restaurant steht zwischen Brändleplatz und Brändlepark. Darüber liegt die öffentlich zugängliche Spiel- und Gartenterrasse. AUSSENRAUM Längs der beiden Straßen werden die Baumreihen weiterentwickelt. An der Kreuzung steht ein markanter Baum.

Um das Hochhaus wird ein gepflasterter Platz als Hausentree gelegt. Helle Pflasterung wäre das Material der Wahl. Der Brändleplatz hat eine Mitte – Aufgang aus der Garage, Baum, Bänke, Infostele und wird mit einem warmen Stein gepflastert. Der Brändlepark ist ein Naturjuwel mit Großbäumen wie der Yulan- Magnolie, dem Tulpenbaum, der Blutbuche sowie einer lockeren Durchmischung mit Koniferen und Exoten. Die Zone zwischen den drei Bereichen wird gestalterisch als Mischung dieser behandelt. Beim Hochhaus zum Platz mischen sich helle und warme Steine. Beim Platz zum Park wird die warme Pflasterung zum Grün stufenlos aufgelöst. Hier liegt der Kinderspielplatz.

Die beiden Balkone beim Hochhaus und der öffentliche Balkon zum Park werden üppig wuchernd bepflanzt. Sie können das Mikroklima positiv beeinflussen.

FASSADE Die Außenhaut des Turmes wird als Holzsandwichkonstruktion vorgeschlagen, die Fassade als Putzträger mit fein abgestimmten Putzstrukturen. Die rechteckigen Segmente zwischen Stützen und Decken sind in vier Kategorien einteilbar – Loggien, Wohnräume, Zimmer. Eine vielteilige Fassade aus ähnlichen Elementen ergibt das Ganze.

Die Fassade für den Flügelbau für Siemens wird aus Glasfaser bewehrten, dünnen Betonplatten und großen Fensterelementen gebildet.

Beim nördlichen Flügelbau wird ist eine Holzfassade mit rhythmisch gesetzten Fenstern vorgeschlagen. Die Funktion Wohnen ist eindeutig sichtbar.

Bei allen Fassaden ist ein außenliegender, flexibel bedienbarer Sonnenschutz als Lammellenjalousie angedacht. Beim Turm und beim Flügelbau Siemens ist der Sockel eingeschossig, beim nördlichen Flügelbau zweigeschossig. Eine Pfosten-Riegelfassade in den transparenten Bereichen bzw. eine Plattenfassade in den geschlossenen Zonen bilden erzeugen eine ruhige Geste. Farblich wird die Fassade auf den Platz abgestimmt und ist zu diesem gehörend.

MATERIAL Die Böden innen wie außen werden robust und massiv vorgeschlagen – Pflasterungen außen – geschliffener Estrich und Fliesen innen. Die Außenwände und Decken sollten das in der Konstruktion steckende Holz zeigen. Die Trennwände im Leichtbau werden weiß bzw. farblich akzentuiert angeboten.

STATIK Die Untergeschosse sind in wasserundurchlässigem Stahlbeton konstruiert. Darin eingespannt sind die Erschließungskerne, ebenfalls in Stahlbeton. Sie bilden das »statische Rückgrat« und steifen die Gebäude aus. An die Kerne »angedockt« ist eine Hybridkonstruktion aus Holz und Beton. Die primäre Tragstruktur besteht aus Stützen und Längsträgern. Zwischen diesen Linienlagern spannen Holzbetonverbunddecken. In den Wohngeschossen sind es Flachdecken, bestehend aus Brettsperrholzplatten und einer dünne Betonschicht. Das Holz wird sichtbar belassen. Die Flachdecke erlaubt einfache Anschlüsse des kleinteiligen Ausbaus mit Trockenbauwänden. In den Bürogeschoßen kommt eine Rippendecke zum Einsatz. Die Holzrippen bleiben sichtbar. Der Zwischenraum der Rippen kann für das Verlegen von Installationen und Akustikmaßnahmen verwendet werden. Auch in diesen Geschoßen sind die inneren Wände vorwiegend in Trockenbauweise.