NEUGESTALTUNG DES PFARRZENTRUMS IN ST. GEORGEN IM ATTERGAU

nicht-offener, einstufiger Realisierungswettbewerb

2. Preis

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Vinzent Wallner

09|2022 – 12|2022

aus dem Erläuterungsbericht:

AUFGABE

Ein neuer, multifunktional zu nutzender Pfarrsaal samt Foyer und Nebenräumen wird gebraucht. Dafür soll durch Umbau der Bestand der Bibliothek genutzt werden.

Zusammen mit dem denkmalgeschützten »Ortlerhaus – Kaplanhaus« soll ein harmonisches, zeitgenössisches Ensemble, ein Ort der Begegnung entstehen.

STÄDTEBAULICHE LÖSUNG

Derzeit ist das städtebauliche Bild: Kaplanhaus – Verbindungsbau – Bibliothek. Also zwei Baukörper und eine Verbindung. Das neue Bild ist markanter Baukörper des Kaplanhauses mit hölzerner Dependance.

Bisher trat der Baukörper der Bibliothek eigenständig auf. Als Visavis zum Kaplanhaus hat er es aber wegen seiner Größe und Ausformulierung nie geschafft.

Als Dependance wird diese Eigenständigkeit gar nicht erst gesucht. Die Spannung zwischen Bestand und Neuem wird im Weiterbauen definiert. Auf den zweiten Blick bleibt die städtebauliche Geschichte aber ablesbar.

Der bestehende Vorbereich wird weiter entwickelt zum Pfarrsaalvorplatz. Der Pfarrgarten wird zum kleinen Pfarrpark. Die unterschiedlichen Richtungen werden eingefangen – also die Anbindung an die Umgebung wird gestärkt – und die Gestaltung bekommt eine übergeordnete Linie.

ARCHITEKTONISCHE LÖSUNG

An die Stelle des Zwischenbaus mit Garage wird ein Holzbau platziert. Ein rubinroter Baukörper trägt die Holzdecke. Dieser farbige Baukörper wird in das Bestandsgebäude eingeschoben. Die Verschränkung von Bestand und Neubau wird in der Fassade weiterentwickelt. Senkrechte Holzlamellen umspielen den Bestand als dichte Fassade und geben zum Foyer eine Glasfassade frei. Der Eingang ist damit klar markiert, Neugier zum Weg ins Gebäude wird geweckt.

Im Bestandsgebäude »ehemalige Bibliothek« wird die Betondecke entfernt, der Dachstuhl freigelegt und verstärkt. Er bleibt nach Anbringen einer Dämmung sichtbar. Das Raumvolumen wird größer, was dem Saal für 110 Besucher guttut. Das Hölzerne der Fassade taucht in der Untersicht der Holzdecke wieder auf. Sie trifft auf den rubinroten Baukörper der auf dem Boden – geschliffener Estrich/ warmes Grau steht. Ein stimmiger Materialdreiklang zieht sich durch alle Räume.

FUNKTIONELLE LÖSUNG

Das Foyer liegt am Kaplanhaus. Es ist durchgesteckt zum Pfarrpark. Rechts im Osten geht es in den Pfarrsaal. Die Nebenräume der Küche und die WCs liegen dazwischen im farbigen Kubus ebenso wie die Teilung (Faltwand) und der Zugang (Paralellgang).

KONSTRUKTIV-WIRTSCHAFTLICHE LÖSUNG

Dem Teilrückbau (Verbindungsbau mit Garagen und Betondecke) folgt der Rohbau (Herstellen neuer Wandöffnungen, Boden mit Frostschürze Verbindungsbau) und der Holzbau (Aufstellen der tragenden und nichttragenden Holzwände und Auflegen der zwei Felder der Brettstapeldecke). Die Abdichtung des Daches und Einbau einer PfostenRiegelFassade machen den Bau dicht. Der Innenausbau (geschliffener Estrich, Deckendämmung und -verkleidung, Fliesen, Türen, Maler ...) und die Fassade (vertikale Holzlamellenfassade teilweise gedämmt) können parallel erfolgen.

Die Freianlagengestaltung (Vorplatz, Herstellen der Wege) kann mit dem Rohbau beginnen und wird zum Schluss fertiggestellt.

FREIRAUMGESTALTUNG

Der Pfarrsaalvorplatz:

Der Pfarrpark: Der Zwischenraum zwischen Pfarrhof und Kaplanhaus wird geöffnet. Eine kleine gepflasterte Fläche wird angelegt, welche in Beziehung zum kleinen Platz vor dem Pfarrhof steht und zum neuen Pfarrsaal führt. Es entsteht ein Weg der durch das Foyer des Pfarrsaales um das Kaplanhaus drumherum führt. Die Freiraumgestaltung folgt dem Städtebau – Freistellen, betonen, in die Mitte stellen des Kaplanhauses mit Pfarrmuseum. Nach Norden führt ein Weg zu neuen Zugängen von Norden, Osten und Westen. Die Parkbepflanzung kann, auf dem Bestehenden aufbauend, langsam entwickelt werden.