offener, einstufiger Realisierungswettbewerb
Ankauf
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Vinzent Wallner
Julia Ehrlinger
Rafael Pielorz
Freianlagenplanung:
studio blaugrün
05|2022 – 07|2022
aus dem Erläuterungsbericht:
STÄDTEBAU
Das bestehende Gebäude ist Heimat von vier Schulen. Diese bauliche Größe ist im Außenraum ungenügend präsent. Daher wird ein besonderer Fokus auf den Vorplatz, auf die Eingänge der Schule gelegt. In Interaktion mit dem Straßenraum der Erlenstraße entsteht eine urbane Zone, die in guter Proportion zu den in Nachbarschaft liegenden Schulgebäuden und Sportplätzen steht.
Die Aufstockung des Gebäudes auf den zweigeschossigen Gebäudeteilen ist statisch und funktional der richtige Ort – von innen gedacht – und städtebaulich – von außen gedacht – ist diese Aufstockung gut für das Gebäude, da es einige Versprünge egalisiert und das Gebäude beruhigt. Die Eckpunkte der Aufstockung erhalten grüne Klassenzimmer – Außen(t)raum mit Aussicht und von Pflanzen berankt.
ENTWURFSIDEE
Es gibt sieben Ideen. Die urbane Zone, die Neuordnung der Funktionen, die Wiederherstellung der guten Seiten des Bestandes die durch die Zeit verstellt wurden, die Aufwertung der Innenhöfe, die Erneuerung der Oberflächen, die Ertüchtigung der Fassaden und der Zubau auf dem Dach. Sie sind miteinander verbunden, werden aber trotzdem nacheinander beschrieben.
Die urbane Zone
Die Landschaftsarchitektur nimmt die Vision der Stadt Hartberg des verkehrsberuhigten städtischen Freiraums als urbane Zone zwischen den Schulgebäuden auf. Die Straße wird zum Freiraum – der nutzbare Freiraum spannt sich auf voller Fläche zwischen den Gebäuden und Sportplätzen auf. Die gerade Linearität der Straße wird aufgeweitet und eingeengt. Dadurch entstehen Bereiche für neue Nutzungen und qualitativen Aufenthalt, logische Wege und Übergänge sowie funktionelle Flächen für den reduzierten ruhenden Verkehr.
Die Neuordnung der Funktionen:
Im Erdgeschoss sind alle allgemeinen Bereiche (Foyer, Essen, Pause, Turnsaal, etc.) untergebracht. Zusätzlich – wie auch schon im Bestand – liegt im Osten die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik BAfEP mit dem mit dem Praxiskindergarten PKG im Süden. Dieser Bereich wird saniert, klarer strukturiert, besser miteinander vernetzt und bekommt eine eigene Zugangsmöglichkeit vom Parkplatz (für die Verwaltung).
Die Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe HBLAfwB liegt im Westen des Erdgeschosses.
Im 1. Obergeschoss liegt im Westen die Bundeshandelsakademie BHAK und Bundeshandelsschule BHAS. Räume des Bundesgymnasium BG, des Bundesrealgymnasium BRG und des Bundesoberstufenrealgymnasium BORG liegen im Osten. Im 2. Obergeschoss im Bestand und im westlichen Neubau sind weitere Räume des BG/BRG/BORG untergebracht.
Grundsatz dieser Neuordnung ist im Erdgeschoss das Anlagern öffentlicher Räume an die Aula und die Bildung von eigenen Bereichen – Lernhäusern – für die unterschiedlichen Schulen. So finden sich außen in allen Geschossen die Klassenräume um die vier Höfe organisiert und innen liegen übergeordnete Funktionen um den mittleren Hof. Damit sind die Klassenbereiche mit den offenen Lernlandschaften introvertierter, peripherer im Grundriss verortet und die anderen Bereiche von vier Treppenhäusern umgeben mitten im Geschehen.
Die vier äußeren Höfe an den Klassen und der innere Hof an den Fachklassen nehmen diese Themen auf, schaffen einen Blick ins Grüne und Platz für Momente an der frischen Luft.
DIE WIEDERHERSTELLUNG DER GUTEN SEITEN DES BESTANDES:
Die Großzügigkeit der Eingangshalle wurde in den letzten Jahren etwas verstellt. Durch Rückbau wird diese Großzügigkeit wiederhergestellt. Die Abtrennungen in der Eingangshalle für das Lernzentrum und den Mehrzweckraum werden als eingestellte Möblierung behandelt. Die beiden großen und die vier kleinen Innenhöfe werden neu bespielt – gerahmte Landschaft. Die Oberflächen – Boden und Decke – werden erneuert, wodurch nicht nur das Abgenutzte ersetzt werden soll, sondern auch mehr Licht und Helligkeit ins Zentrum rücken.
DIE VERBESSERUNG DER INNENHÖFE:
Die Qualitäten der Bestandsvegetation als grüne Lungen der Schule werden genutzt und zu zwei Höfen mit komplementären Aufenthaltsqualitäten entwickelt. Im Süden der introvertierte Hof, der in direkter Verbindung zu den angrenzenden Nutzungen, Bibliothek, Speisesaal, Lern- und Mehrzweckräumen steht und eine ruhige Atmosphäre ausstrahlt. Auf der anderen Seite der aktive Hof, der im Übergang zur Sporthalle, offen zur Agora Platz zur Pausenbewegung bietet.
DIE AUFWERTUNG DER OBERFLÄCHEN:
Es wird neue Technik und eine neue Lüftung eingebaut. Die erforderlichen Installationen sollen geordnet an der Decke montiert werden und werden anschließend dunkel »weggespritzt%laquo;. Knapp darunter abgehängte Leuchten und Deckenabsorber, sichern gute Akustik und Optik. Die Wartung bzw. Nachinstallation für Aufgaben die wir noch nicht kennen, ist durch diese offene Decke leicht möglich. Nachhaltige, nachwachsende Materialien wie zementgebundene Holzwolleleichtbauplatten wären ein mögliches Material dieser Absorber.
Die Wände der Klassen sollen zur Lernlandschaft und zur Erschließung durchlässiger werden, um neue Lernformen zu ermöglichen. Es werden Elemente vorgeschlagen, mit denen modulartig auf jede Situation reagiert werden kann. Die Türen sollen gläserne Seitenteile bekommen. Dieses Element ist in der Nähe des Lehrertisches/ der Tafel eingebaut und erlaubt Einblick in die Klasse und Ausblick auf die offene Lernlandschaft. Regalelemente mit Durchblick und Sitznischen wandeln geschlossene Wände in eine multifunktional nutzbare Schicht. Diese Elemente können im Bestand durch Umbau der vorhandenen Wände realisiert werden.
Der Fußboden soll erneuert werden. Es wird eine Zweiteilung eingeführt – öffentlicher Bereich geschliffener Estrich (Entfernen der Fliesen und geschliffener Verbundestrich) und interne Bereiche Holzboden. Die öffentlichen Bereiche sind somit strapazierfähig, gut zu reinigen und halten Feuchtigkeitseintrag gut aus. Die internen Bereiche sind wärmer und gemütlicher, signalisieren das Ankommen im eigenen Lernhaus.
Transluzente Farbfolien in den Glasseitenteilen der Zugangstüren, diese punktuell in den Außenfenstern eingesetzt und an den Zugängen zu den Lernhäusern über die Beleuchtung wiederholt dienen als subtile Orientierungshilfe zum Weg ins Lernhaus. Anstatt aufgemalter Farbigkeit soll farbiges Licht die Orientierung fördern. Die Farbfolien bekommen die vier Grundfarben HBLAfwB – rot, BG/BRG/BORG – blau, BHAK/ BHAS – gelb und BAfEP/ PKG – grün.
DIE ERTÜCHTIGUNG DER FASSADEN:
Die Horizontalität, die Abfolge von Schichten aus Fenstern mit Paneelen und die darauffolgende geschlossene Schicht für die Parapete, wird erhalten. Die bisher noch nicht gedämmte Ebene wird mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade ertüchtigt. Die noch nicht sanierten Fenster und die dazwischenliegenden Paneele werden auf den Stand der Technik gebracht. Die Dächer werden saniert. Extensiv begrünte Dächer sind für das Mikroklima und die Wasserhaltung besser und sollen daher flächig mit Solarkollektoren versehen, eingesetzt werden.
DER ZUBAU AUF DEM DACH:
Das neue Hölzerne am Dach herzeigen. Die Struktur aufnehmen. Die Grundstruktur der Stahlbetonskelettstruktur wird statisch übernommen und strukturiert auch den Holzbau in Stützen, Binder, Nebenträger und Platte. Der konstruktive Holzbau soll gezeigt werden, was aus Brandschutzgründen möglich ist. Die weiter vorn beschriebenen Elemente des Ausbaus – Tür mit gläsernen Seitenteilen, Schrankzone mit Sitznischen – können noch konsequenter als im Bereich der Sanierung umgesetzt werden. Die beiden Aufstockungen in Holz nehmen das Thema der horizontalen Schichtung auf. Ein Fensterband und darüber ein geschlossenes Band zeigen durch leichte Materialvariation den Neubau. Die Freiklassen werden durch Ranknetze zum Außen(t) raum mit Weitblick.