JKU CAMPUS ERWEITERUNG WEST
IN LINZ

geladener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Vinzent Wallner
Thomas Plesiutschnik
Felix Mader

05|2020 – 08|2020

KONZEPT
Der mittlere Teil des Campus wurde aus Gebäuden unterschiedlicher Epochen um See und Park entwickelt.
Die Osterweiterung wurde als zum Grünraum durchlässige einheitliche Bebauung mit vielen zusammenhängenden, kleinteiligen Außenräumen konzipiert.
Für die Erweiterung West des JKU Campus wird ein von hohen Gebäuden umstandene Picknickwiese vorgeschlagen. Die rahmenden Gebäude folgen zwei Typologien: Das konvertierbare Parkhaus und das Modul House of Schools.

COOPERATE DESIGN
Geknickte, abgerundete und mit unterschiedlichen vertikal stehenden Lamellen umgrenzte Baukörper auf gläsernen Sockeln stehend werden als einheitliches Bild der Erweiterungsgebäude vorgeschlagen.
Diese Formensprache wird für die Gestaltung der Freianlagen angewendet.

PICKNICKWIESE
In eine robuste Wiese sind Inseln eingestreut, auf denen gepicknickt und erholt werden kann. Jede Insel bekommt als Schattenspender einen besonderen Baum. In der Mitte gibt es einen zentralen Infrastrukturpavillon mit Draußen Küchen und begehbarem Dach als Stage.

KONVERTIERBARES PARKHAUS
Zwei geknickte Baukörper rahmen den Außenraum nach Süden ohne abzuschließen. Zwischen ihnen erschließt eine gebogene Rampe das Parkdeck effizient. In der Nachnutzung wird aus ihr die zentrale Kommunikationsspirale.
Die Geschosshöhen werden auf die zukünftige Nutzung mit 3,40m ausgelegt. Auf auskragenden mit Isokorb getrennten Sichtbetonfertigteilen stehen verdrehbare Lamellen. In der Garagennutzung sind diese fast geschlossen und lassen nur minimalen Zwischenraum (Absturzsicherung). In der Nachnutzung können diese von den Innenräumen individuell eingestellt werden.
Die für die Nachnutzung nötige Gebäudehülle kann auf Ebene der Isokörbe gestellt werden bzw. auf das Dach aufgebracht werden.

HOUSE OF SCHOOLS
Die Institute und Lehrbereiche werden in überschaubare Ebenen geteilt und gestapelt.
Die Lehrbereiche bilden die mit dem Außenraum kommunizierenden gläsernen Sockel. Maximal vier Geschosse ergeben die zulässige Brandabschnittsgröße.
Die Institutsbüros darüber werden um einen gebogenen und abgerundeten Innenraum organisiert. Wiederrum maximal vier Geschosse ergeben die zulässige Brandabschnittsgröße. Das ist gleichzeitig eine angenehme Größe der miteinander verbundenen Institute.
Im Zentrum des Luftraums steht skulptural das Treppenhaus mit Nebenräumen und Teeküchen. Jeder Weg aus dem Büro führt hier vorbei, die beiläufige Kommunikation wird so gefördert. Die zum Luftraum offenen Gänge tragen auch dazu bei.

In der untersten Ebene der Module liegt das Kommunikationszentrum mit der größten Fläche für Teeküche. Hier werden sogar kleine Empfänge möglich.
Die Module werden von einer vor die Stahlbetonskelettkonstruktion gehängten Holzsandwichfassade geschützt. Diese wird außen verputzt und innen sichtbar ausgeführt.
Vertikale Lamellen lenken das Licht tief ins Gebäude bzw. verschatten. Sie sind drehbar, folgen dem Sonnenverlauf und sind auf diesen optimiert.

HOUSE OF SCHOOLS – TECHNIK
Im Untergeschoss befindet sich der Technikraum. Ein vertikal durchgehender Schacht verbindet die Geschosse.
Geheizt wird über Fußbodenheizung. Die Stahlbetonbauteile können durch den weitgehenden Verzicht auf abgehängte Decken aktiviert werden.
Die effiziente Außenverschattung garantiert im Sommer angenehmes Klima ohne den Ausblick nach außen zu verstellen.
Gleichzeitig wird das Tageslicht ins Gebäude gelenkt um es optimal zu nutzen.
Die Daten- und Elektroverkabelung wird als Kreis außen an die Fassade gelegt.
Alle Räume können über Fenster gelüftet werden. Eine dezentrale Überströmung in den verbindenden Luftraum sichert den hygienischen Luftwechsel.
Im Luftraum wird zentral die Luft erneuert. Durch den Einsatz von Wärmetauschern ist dies energieschonend.

HOUSE OF SCHOOLS – BRANDSCHUTZ
Das oberste Fluchtniveau liegt über 22m und unter 32m. Damit ist ein Sicherheitstreppenhaus und eine Begrenzung der Brandabschnittsfläche vorgeschrieben.
Diese Fläche wird bei viergeschossigen Modulen leicht überschritten. Das wird durch die zweite Fluchtmöglichkeit in den unteren Brandabschnitt und ins Freie kompensiert.
Zwischen den Brandabschnitte wird ein Brandüberschlag ausgebildet.