geladener Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Florian Dessl
Tamara Türemiz
Vinzent Wallner
Sebastian Wimmer
ARGE mit ABJ Architekten und
Kuttner und Kahl Landschaftsarchitekten
09|2019 – 12|2019
Für die Erweiterung der IGS Süd Langenhagen wird der Campusgedanke
des Bestandes aufgegriffen. Durch offene Gebäudestrukturen
öffnet sich das gesamte Schulgelände dem Stadtteil
und ist außerhalb der Schulzeiten als Park- oder Sportfläche
nutzbar.
Daher wird die Verbindung zwischen Bauteil 1 und 2 abgebrochen
und als Brücke neu errichtet. So wird der Campus nach
Osten offen. Nach dem Abbau der Containerklassen wird die Anbindung
an die Angerstraße noch verbessert. Die vorhandenen
Wegebeziehungen zur Brinkofftraße im Osten und Süden werden
gestärkt wie Anbindung der Wege im Norden und Westen.
Der Campus vernetzt sich mit der Umgebung.
Die Struktur und Größe von Bauteil 1 kombiniert mit dem Schiff
eignet sich für die Verwaltung. Diese findet in den renovierten
und teilweise großzügig geöffneten Grundrissen – besonders im
Schiff - schöne und moderne Flächen.
Das Bauteil 2, Teile von Bauteil 1 und die Obergeschosse des
Schiffes sind für die Sekundarstufe 2 vorgesehen. Die hohen
Fensterbrüstungen, welche für kleinere Kinder eine Barriere sind,
stören die größeren Schüler nicht mehr. Auch ist der Bauablauf
durch Errichtung der Neubauten und anschließende Sanierung
für die Sekundarstufe 2 störungsfrei möglich.
Für das Herz des Campus mit Aula, Musikräumen, Ganztagsbereich
und Mensa wird zentral ein neuer Baukörper vorgesehen. Er
vermittelt zwischen Bestandscampus und Neuem Campus. Man
kann durch ihn hindurch oder außen herum. Dahinter befindet
sich die längs der Baumallee organisierte Campuserweiterung.
Die beiden Schulgebäude für die Primarstufe im Südosten und
die Sekundarstufe im Südwesten sind über Brücken mit dem
zentralen Forum verbunden. Sie sind eigenständige Baukörper,
aber eng mit dem Forum verbunden.
Der Fachklassenbau im Nordwesten und die Turnhalle im Süden
ergänzen als freistehende Baukörper den Campus.
Die fünf neuen Baukörper »fangen« die Baumallee mit Wassergraben
ein und rahmen die neue Adresse. Sie setzen sich zwischen
zu schützende Bäume und Topografie und erzeugen aus
dieser Rücksicht markant geknickte und gekurvte Grundrisse.
Die Metapher der Arche bzw. der Schollen ist gewollt. So kann
jedes Gebäude auch als Arche für die einzelne Teilaufgabe gesehen
werden.
Beginnen wir mit der Arche des Forums. Der Eingang im Nordosten
ist mit dem Eingang im Westen verbunden, er ist »durchgesteckt«
und funktioniert daher nach beiden Seiten. Am Eingang
liegen die Veranstaltungs- und Musikräume mit viel Öffentlichkeit.
Etwas zurückgezogener über eine zweigeschossige, von oben
belichtete Achse sind auf zwei Geschossen Mensa und Ganztag
organisiert. Dieser Weg ist zugleich trockener Zugang zur Primar-
und Sekundarstufe 1.
Die Arche für die Primarstufe dockt südlich über eine Brücke ans
Forum an. Im Erdgeschoss betritt man das Gebäude entweder
vom Forum kommend oder über den eigenen Eingang. Im Erdgeschoss
liegen neben den gemeinsam genutzten Flächen auch
die Hausmeisterwohnung und der Hort. In zwei Obergeschossen
sind die Doppeljahrgänge um eine Vertikalerschließung geordnet.
Man betritt mittig den Lernhafen, wodurch sich die Jahrgänge
nicht gegenseitig stören und die wohnliche Atmosphäre im Hafen
entstehen kann. Für jeden Lernhafen gibt es einen gedeckten
Außenbereich, der in einen Balkon mit Platz für Außenunterricht
übergeht.
Die Feuertreppen sind hier angedockt und somit ökonomisch
zu errichten. Die gesamte Konstruktion wird von Pflanzen
umrankt und so zum Baumhaus. Im ersten Obergeschoss ist
die Primarstufe über eine Brücke mit dem Forum verbunden, um
die Verbindung zur Sekundarstufe 1 herzustellen.
Die Arche der Sekundarstufe 1 betritt man von der Baumallee
im Erdgeschoss oder von der Brücke im ersten Obergeschoss.
Der etwas ausgebeulte Eingangsbereich zieht sich über alle Geschosse
und wird zur Vor Zone der Doppeljahrgänge. Drei Geschosse
a zwei Jahrgänge ergeben die 6 Jahrgangsstufen. Wiederrum
stören sich durch die mittige Erschließung die einzelnen
Jahrgänge nicht. Das Prinzip der Feuertreppen mit Baumhaus
aus dem Primarbereich wird hier ebenfalls verwendet.
Das Raumkonzept für beide Schulgebäude orientiert sich am pädagogischen
Konzept der Schulen. Die Klassenräume sind an
eine überbreite Gang Zone angedockt, welche durch Möbelwände
und mittige stehende Möblierungen und Raumteiler zum Lernraum
wird. Dieser weitet sich im Primarbereich zu einem und im
größeren Sekundarbereich zu zwei Freibereichen auf. Die Freibereiche
mit Baumhaus Die Trennwände zwischen Lernhafen
und Klassenzimmern werden durch Oberlichter und Glasfelder
aufgelöst und als Möbelwände für die Räume aktiviert.
Die Fassaden beider Schulen sind einander sehr ähnlich. Eine
Klinkerfassade wird durch große Fensteröffnungen für die dahinterliegenden
Klassenräume sichtbar.
Der Fachklassentrakt steht eigenständig im Nordwesten. Er ist
zweigeschossig und technischer in seiner Fassadenausbildung.
Zwei Treppen – eine offen im Luftraum und eine im Brandfall
abschottbare – erschließen das Gebäude zentral mit Licht von
oben.
Die Turnhalle ist ebenfalls eigenständig im Süden an die Baumallee
angedockt. Für die Sportler sind alle Räume ebenerdig
erreichbar. Die Tribünen im Obergeschoss sind mit einer Baumtreppe
und Lift erschlossen. Die Turnhalle ist von oben belichtet,
wodurch blendfreie Belichtung in allen Nutzungsvarianten sicher
gestellt ist. Die Fassade ist wiederrum technischer, geschlossener
und lediglich zum Eingang mit Pfosten-Riegel-Verglasungen
geöffnet.