Offener Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Tamara Türemiz
04|2019 – 06|2019
Drei Baukörper und deren Zwischenräume bilden die neue Volksschule.
Sie stehen so zueinander, das sie im Norden einen Vorplatz bilden,
im Osten ein schmaler Streifen für Parken und Zufahrt entsteht
und im Süden und Westen großzügiger Freiraum für Spielflächen,
Wildnisshügel und Sportflächen bleibt.
Auf dem Vorplatz steht ein Dach für Fahrräder, Bänke, Bäume
und regensichere Bereiche. Man kommt noch vor Betreten des
Gebäudes am Ort an.
Hinein in die Schule geht es wieder über ein Vordach. Aula, Speise-
und Veranstaltungssaal, Tribüne und Bibliothek liegen unter
diesem Dach und können zusammengeschaltet und somit je
nach Nutzung aktiviert werden. Mehrere Eingänge bieten unterschiedliche
Zugänge für Schule, Musik, Vereine und Veranstaltungen.
Das gesamte Erdgeschoss und Teile des Untergeschosses
gehören der Schule, aber auch der gesamten Gemeinde als
multifunktional nutzbarer Raum.
Vom Eingang geht es nach Osten in das Musikum/ TMK Siezenheim
und nach Süden in die Verwaltung und Nachmittagsbetreuung.
Sie liegen im Erdgeschoss in den Baukörpern und sind etwas
abgeschiedener. Vor der Nachmittagsbetreuung gibt es ein
in den Außenraum ausgreifendes Vordach. Der Übergang von
Drinnen und Draußen zu Fahrradparcourt, Spielflächen, Wildnisshügel
und Sportflächen wird zelebriert.
Last but not least die Lernbereiche. Sie liegen ganz oben. Zwei
Cluster sind über eine gemeinsame Treppe mit angedockten Nebenräume
verbunden. So kommunizieren Sie miteinander und
sind zugleich eigenständig. Die Klassenräume an der Fassade
sind zur offenen Lernlandschaft in der Mitte öffenbar. Vom fließenden
Einraum ohne feste Raumabtrennung für freies Lernen
bis zu sechs abgeschlossenen Klassenräumen sind die Cluster
anpassbar. So sind nicht nur die Lern- und Lehrkonzepte der Vergangenheit
und Gegenwart umsetzbar, es bleibt auch Freiraum
für noch Unbekanntes. Und es bleibt Freiraum im Freibereich –
Bei schönem Unterricht im Freien. Die Baukörper schützen vor
Lärmbelastungen.
Zu Letzt und dabei nicht unwichtig soll der Turnsaal beschrieben
werden. Dessen Nebenräume liegen unter dem Eingangsbereich.
Sie bleiben so unsichtbar und sind auf kurzem Weg erreicht. Die
Ebene des Turnsaales liegt ebenfalls unter dem Eingangsniveau,
so kann die Tribüne ideal andocken.
Alle klar und pragmatisch angelegten Bereiche werden spielerisch
von runden Elementen durchzogen. In den Clustern sind
diese Zylindersäulen Rückzugsbereiche, welche zugleich die
Lernlandschaft strukturieren. In den Vordächern „stanzen diese
Zylindersäulen Löcher ins Dach“ für Bäume. Die Zylinder „wandern“
in den Außenraum und tauchen als Kletterzylinder oder
Aussichtsturm auf dem Wildnisshügel wieder auf. Sie wird es in
der Möblierung, den Leuchten und im Ausbau immer wieder geben.
Teile des Neubaus können im Holzbau errichtet werden. Dies
erscheint beim Tragwerk der Turnhalle und bei den beiden Clustergeschossen
sinnvoll. Eine hybride Bauweise mit gewichtssparenden
Holzbauteilen in den oberen Bereichen und Stahlbetonbauteilen
– teilweise aus Recyclingbeton – in den erdberührenden
Zonen wird angestrebt.
Die Ziele der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sollen
nicht nur umgesetzt, sondern auch nach außen gezeigt werden.
Es werden daher natürliche Materialien so eingesetzt, dass die
ihnen innewohnende Materialität und Farbigkeit zur Geltung
kommt – geschliffener Estrich und Betonfertigteile, Holzoberflächen,
etc.
Für CO2-neutrale Wärmeversorgung werden neben einem gut
gedämmten Gebäude Flächen für Solarthermie angeboten.