POSTCITY LINZ

Offener Realisierungswettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Vinzent Wallner
Florian Dessl
Sebastian Wimmer
Tamara Türemiz

02|2019 – 05|2019

WETTBEWERB POST CITY LINZ

Der Entwurf für die Post City Linz besteht aus 9 Schollen und deren Zwischenräumen. Höhenschichten nehmen Funktionen verschiedener Öffentlichkeit auf. Es entsteht eine verwobene und flexibel anpassbare Stadtstruktur.
Alle Puzzlestücken bestehen aus abgetreppten Sockelgeschossen und darauf stehenden Baukörpern. Die Zwischendecke der Sockelgeschosse überragen die Baukörper geschützte Vorbereiche bildend. Brücken verbinden die Puzzlestücke untereinander, Treppen verbinden zum öffentlichen Platz.

Scholle Eins – Das erste Haus am Platz – heißt den Linz Gast oder die NeulinzerInn willkommen. Es ist Hotel und Boardinghouse sowie serviciertes Wohnen und somit ganz nah an den Bahnhofsfunktionen angedockt. Zwei hohe Sockelgeschosse nehmen Entree und öffentliche Funktionen auf. Abgetreppt nach oben verbinden sie mit einer Brücke ins Areal.
Scholle Zwei - Das Infrastrukturbauwerk mit aufgesetztem Hotel. Hier kommt man mit dem Bus oder mit dem Auto von der Autobahn an. In den unteren Geschossen liegen Busbahnhof und Parkgarage, über zwei Wenderampen an den Gebäudeenden sind die Geschosse vertikal verbunden. Durch den Geländesprung haben die Ankommenden Überblick und Orientierung über die Post City bis hin zum Bahnhof. Stege, Brücken und Treppen verbinden Umgebung mit der Stadt. Oben drauf über drei Geschosse mit langegezogener Dachlaterne finden sich das Hotel ergänzt um Büroflächen ruhend über dem Gewimmel.
Schollen Drei, Fünf, Sechs und Sieben – Sphäre 0 – Im unteren Sockelgeschoss sind öffentliche, bahnhofsnahe Funktionen untergebracht. Kino, Entertainment und Handel sind hier möglich. Gastronomie, Arztflächen, Fitness und ähnliche halböffentliche Funktionen liegen im oberen Sockelgeschoss.
Schollen Vier, Acht und Neun – Sphäre 0 – Es sind Flächen für Kreative, Gewerbeflächen, Micro Factories, Kongress und Büroflächen geplant.
Schollen Drei, Fünf, Sechs, Sieben und Acht – Sphäre 1 – Wohnungen mit großzügiger, halbprivater Freizone mit Spielplätzen und Grünflächen.
Schollen Vier und Neun – Sphäre1 – Kleinteiligere Büroflächen.

Die Zwischenräume, die Lufträume zwischen den Baukörpern und Ebenen sind bewusst gesetzt und herausgearbeitet. Als öffentliche Platzfolgen mit Baumachsen organisiert, wechseln sich Plätze, Arkaden, ruhigere und lautere Bereiche ab. Ein engmaschiges, verwobenes, miteinander kommunizierendes Gewebe entsteht. Die Zwischenräume wandeln sich in den Höhenschichten von unten kleinteilig über die Baukörper abgegrenzt nach oben großflächig und durch Bepflanzungen strukturiert.

Die öffentliche Höhenschicht ist die unterste Ebene. Hier finden sich Flächen für Handel, Entertainment, Gewerbe, Präsentationen, Kongress etc. – Flächen mit hoher Kundenfrequenz.
Die halböffentliche Ebene liegt darüber. Sie ist über Treppen, Rolltreppen, Aufzüge und Rampen nach oben und unten verbunden.
Flächen für Gastronomie, Fitness und Gewerbe stehen als große zusammenhängende Fläche zur Verfügung. Es gibt einen vorgelagerten Freiraum.
Die halbprivate Ebene liegt noch eins höher auf +12 Meter. Große Grünflächen für Kinderspielplätze, Hauseingänge, Kinderwagenräume bzw. bei den Schollen Vier und Neun öffentliche Zonen der Büros mit Pausenflächen im Freien. Diese Zone ist bedingt befahrbar. Die Feuerwehr im Brandfall bzw. die Umzugswagen bei Einzug dürfen mit Sondergenehmigung fahren.

Die Wohn- bzw. Bürotürme liegen in der privaten Höhenschicht. Durch geringfügiges Verdrehen der Baukörper können auch hier Gemeinschaftsflächen eingestreut werden.
Organisation Mobilität: Das Infrastrukturgebäude im Westen nimmt den Individualverkehr auf und verteilt ihn. Im Osten hat der Fußgänger Priorität. Dazwischen liegt eine individuell je nach Nutzung variierende Begegnungszone. Im Osten des Areals ist dies am ehesten als Fußgängerzone zu beschreiben, im Westen als Verteiler und Organisator des Individualverkehrs. Dazwischen ist ein an die Nutzung angepasster individueller Bereich – zum Beispiel als Begegnungszone beschreibbar.

Unter den Baukörpern und miteinander verbunden liegen die Tiefgaragen auf zwei Ebenen. Die Einfahrten liegen im Puzzlestück Zwei (Infrastrukturbauwerk – Ein-/ Ausfahrt von Waldeggstraße, Ausfahrt zum Bahnhofsvorplatz, Ein- und Ausfahrten öffentliche Ebene Post City und beim Finanztower.
Die Post City entsteht in Etappen. Die 9 Schollen können unabhängig voneinander errichtet werden, nachdem mit den ersten vier Schollen der Grundstock gelegt wurde. Die verwobene Stadtstruktur kann wachsen und angepasst werden.

Die Baukörper sind nach Wind, Schall und Licht ausgerichtet. Die Scholle 2 schützt das Quartier vor Straßenlärm, die Sockel der Schollen 4,8 und 9 schützen vor störenden Nebenwirkungen der Bahn. Die Ausrichtung und die langgezogenen, abgerundeten Formen der Hochpunkte bilden keine Barriere für die Winde aus Westen.