Offener 2-stufiger Wettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Dietmar Moser
Tamara Türemis
Lavinia Wagner
10|2017 – 12|2017
Der Bildungscampus Vorchdorf ist ein über die Jahrzehnte gewachsenes Gebäudeensemble. Der vorliegende Entwurf ordnet diesen Campus stadträumlich mit wenigen Eingriffen neu. So entstehen Spielräume in den Gebäuden – Grundlage für die Gestaltung offener Lernlandschaften.
»KULTURELLES LERNEN IST DER ECKSTEIN DER BILDUNG. VOM REINEN FUNKTIONSBAU ZUM EMPFINDSAM GESTALTETEN ORT.«
Der Mitteltrakt wird wie in den Vorstudien angeregt abgetragen. Der Neubau an gleicher Stelle wird leicht versetzt nach Nordosten realisiert. So rückt er von der Turnhalle ab, der Haupteingang kann durchgesteckt von Nord nach Süd organisiert werden, die Turnhalle bekommt mit dem neuen Vorplatz ein Entrèe und der gesamte Freiraum wird als Einheit wahrgenommen. Durch den Abriss der Nebengebäude zwischen kleiner Turnhalle und Südwesttrakt wird die Öffnung des Freiraumes noch verstärkt.
»DIE SCHULE ÖFFNET SICH ZUM ORT. DER ORT ÖFFNET SICH ZUR SCHULE. VON DER GESCHLOSSENEN SCHULE ZUR WECHSELSEITIGEN NUTZUNG ZENTRALER FUNKTIONSBEREICHE.«
Auf der Straßenseite werden zwei neue Eingänge mit Treppenhäusern für den West- und den Ostflügel errichtet, um die verschiedenen Funktionen zu entflechten und eindeutige Adressen zu schaffen. Dies schafft Freiräume für den Mitteltrakt – Herz und Kopf des Neuen Bildungscampus Vorchdorf.
»LERNEN BENÖTIGT UNTERSCHIEDLICHE PERSPEKTIVEN UND AKTIVE ZUGÄNGE. VOM INSTRUKTIONSRAUM ZU VIELFÄLTIG NUTZBAREN RÄUMEN: WERKSTÄTTEN, BÜHNEN, ATELIERS.«
Der Haupteingang im Erdgeschoss hat zwei Seiten – nach Norden zur Haupterschließung und nach Süden zum Ort. Zwischen zwei großzügigen Treppen mit Lufträumen in die beiden Obergeschosse spannt sich ein fließender Raum zoniert in Aula, Essen und Foyer. Ein offenes, die Kommunikation förderndes Gebäude ist das Ziel.
»DER DEMOKRATISCHE STAAT BENÖTIGT EINE DEMOKRATISCHE SCHULE. VON EINER SCHULE OHNE MITTELPUNKT ZU EINEM GEMEINSAMEN ORT FÜR DIE SCHULGEMEINDE.«
Der neue Zugang mit Treppenhaus erschließt zentral. Richtung Schulhof werden Terrassen vor die bestehenden Gebäude gestellt, welche zum Freiraum vermitteln und zugleich Fluchtweg sind. So können die Treppen im Bestand entfernt werden. Durch Neuorganisation der Nebenräume und Klassen entsteht Freiraum für eine offene Lernlandschaft. Zum Mitteltrakt gibt es in jedem Geschoss eine Anbindung. Im Westtrakt sind die Räume der jüngeren Kinder, der Freiraum ist gefasst und schützend.
»LERNEN BRAUCHT RUHE, LICHT UND LUFT. VON UNGESUNDEN RÄUMEN ZU KONSEQUENTER SCHALLREDUKTION, MEHR LICHT, GROSSEN BEWEGUNGSFLÄCHEN.«
Ebenfalls über einen neuen Zugang mit Treppenhaus erfolgt die Erschließung mittig im Cluster. Zusätzlich gibt es eine Anbindung im Untergeschoss, um die zentralen Garderoben optimal mit dem Mitteltrakt zu verknüpfen. Auch hier werden zum Schulhof im Süden Terrassen ergänzt, welche zum Freiraum vermitteln und optimale Fluchtwege sichern. Wie im Westtrakt kann eine offene Lernlandschaft mit abschließbaren Klassenräumen realisiert werden. Im Osttrakt liegen die Schulen der älteren Kinder, der dazugehörende Freiraum ist stärker gegliedert und mit der Umgebung verzahnt.
»LERNEN BENÖTIGT UNTERSCHIEDLICHE PERSPEKTIVEN UND AKTIVE ZUGÄNGE. VOM INSTRUKTIONSRAUM ZU VIELFÄLTIG NUTZBAREN RÄUMEN: WERKSTÄTTEN, BÜHNEN, ATELIERS.«
Durch das Abrücken des Neubaus von der Turnhalle entsteht ein Vorplatz als würdiges Entree bei Sportveranstaltungen. Die unterirdische Anbindung der Nebenräume und der Sportfläche bleibt erhalten. Weiter wird angeregt die kleine Sporthalle unterirdisch anzubinden und die Nebenräume ebenfalls neu zu errichten. Es wäre zu prüfen, ob die Nebenräume der beiden Turnhallen evtl. gemeinsam nutzbar sind. Diese Anbindung kann mit Rücksicht auf den Kostenrahmen auch optional realisiert werden.
»KINDER UND JUGENDLICHE BRAUCHEN EINE GESUNDE UMGEBUNG. VOM PAUSENHOF ZU BEWEGUNGSLANDSCHAFTEN, VOM SPEISERAUM ZUR 'MENSA PLUS'.«