EU-weit offener, 2-stufiger Wettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Dietmar Moser
Elisabeth Nobl
07|2015 – 08|2015
Der neue Volksschul-/ Neuer Mittelschulcampus spannt sich
als gestapelte Schule zwischen die angrenzende Bebauung.
Er schließt den Straßenraum, nimmt die Höhen der Nachbarn
auf und bildet einen gläsernen Sockel aus. Die städtebaulichen
Vorgaben werden erfüllt. Der Haupteingang ist als »Delle« klar
ablesbar (eingedrückt, zurückspringende Fassade). Gedeckter
Zugang ist so selbstverständlich möglich. Das Foyer wird als vertikale
Aula ausgebildet. Ein über alle Geschosse übergreifender
Luftraum ist mit Licht von allen Seiten durchflutet. Übersichtlich
sind alle wichtigen Funktionen direkt angedockt, intuitive Orientierung
bis ins oberste Geschoss wird möglich. Der Weg nach
oben in dieser vertikalen Aula erfolgt als spannender Weg im
Luftraum über wechselnde Treppenläufe. Die Ränder des Luftraumes
werden als klassische Geländer, als Wandscheiben mit
öffenbaren Klappen bzw. als Balkone mit Austritt zur individuellen
Lernlandschaft. Über zwei Treppenhäuser mit angedocktem Lift
führt der pragmatische Weg schnell nach oben.
Zur Westseite ist die Schule terrassiert zum Grünraum orientiert.
Gedeckte Freibereiche, Freiklassen, Spielbereiche für die Nachmittagsbetreuung,
extrovertierte Aussichtsflächen auf dem Dach
und introvertierter Aufenthalt mit Vogelgezwitscher – vieles kann
angeboten werden.
Im Erdgeschoss liegen für beide Schulen zum Haupteingang die Fahrradabstellräume und die Umkleiden. Die Räume der Nachmittagsbetreuung und die Essensräume sind direkt an das Foyer Richtung Freiraum im Westen angedockt. Die Aula und die Bibliothek im ersten Obergeschoss liegen in der Mitte am Luftraum. Die Volksschule liegt auf drei Geschossen darüber, die Räume sind um die vertikale Aula herum geschichtet. Den Räumen gen Westen sind Terrassen vorgelagert, Unterricht im Freien wird möglich. Die Freiflächen sind nach oben auf das Dach und nach unten bis ins Erdgeschoss über außen liegende Treppen nutzbar. Der Turnsaal liegt im OG3 und ist über die Treppe auch nach Schulschlusszeiten extern nutzbar.
Die Neue Mittelschule liegt auf fünf Obergeschossen im Norden des Baukörpers. Im untersten liegen dabei die Lehrerräume, darüber die Turnhalle (für externe Nutzer wieder über die angrenzende Treppe nutzbar) und dann in drei Geschoss die Lernlandschaften und Klassenräume. Gen Westen sind wiederrum Terrassen vorgelagert, welche den Innenraum um den Freiraum vergrössern.
Soziale und funktionale Durchmischung: Die Erdgeschosszone wird von beiden Schulen genutzt, sie ist für die Öffentlichkeit zugängig und Aula wie Bibliothek können für externe Veranstaltungen genutzt werden. Die Schule öffnet sich zur Stadt und lädt auch außerhalb der Schulzeiten zum Benutzen ein. Volksschule und Neue Mittelschule sind miteinander verwoben, die Übergänge verschwimmen. So werden die Klassenstufen durchlässiger und den individuellen Situationen der Schüler gerechter. Der fließende Raum erfasst dabei das gesamte Gebäude. Durch die Ausformulierung von Unterzentren entstehen kleinteilige Marktplätze.
Der Eingangsbereich ist klar gegliedert und durch die vertikale Aula ist intuitive Orientierung im gesamten Gebäude gesichert. Die beiden Treppenhäuser sind abschließbar, so können die beiden Turnsäle unabhängig vom Rest der Schule genutzt werden. Zwei Lifte sichern barrierefreie Erschließung. Auf der Westseite werden Freiflächen terrassiert angeboten. Diese werden sowohl gedeckt als auch direkt beregnet, introvertiert kleinteilig und extrovertiert im Gedränge angeboten. Alle Materialien im gesamten Gebäude werden robust und dauerhaft und für eine öffentliche Nutzung adäquat gewählt. br> Die Vernetzung mit den Nachbarn ist der städtebaulichen Situation angepasst. Zur Wagner-Biro- Strasse im Osten schottet das Gebäude ab und fokussiert auf den Zugang im Erdgeschoss. Ebenso schließt die Terrassierung zum Nachbar im Süden ab. Die Freiflächen sind vom Westen zugängig und können der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Eine Baumreihe könnte die Wohnbebauung gefiltert schützen. Nach Norden bleibt das Areal räumlich geöffnet. Die Verbindung zum Grünband durch die benachbarten Wohnzeilen hindurch bleibt erhalten, die Einströmung der Kaltluft ist durch die neuen Baukörper nicht gestört.
Es werden nachhaltige, robuste und natürliche Materialien verwendet. Dies könnte Holz für die Geländer und Möbel, geschliffene, monolithische Platten für die Fussböden und textile Wandbeläge sein. Die Tageslichtoptimierung wäre in der zweiten Phase des Projektes weiter zu entwickeln. Die sommerliche Überhitzung ohne aktive Kühlung wird durch außen liegende Verschattung und auskragende Vordächer im Westen verhindert.