anonymer, offener zweistufiger Wettbewerb
Matthias Seyfert
Dietmar Moser
Julia Grims
Max Hackl (Modellbau)
09|2013 – 10|2013
Der Neubau des Bildungscampus schafft ein gemeinsames Dach sämtlicher Bildungsräume für Null- bis Zehnjährige. Vier Maisonettbiber, eine gemeinsame Erdgeschosszone, sowie die Sporthalle sind als Baukörper klar ablesbar. Ein Zugangsbereich mit Vorplatz zur Attemsgasse und ein zusammenhängender in übersichtliche Zonen gegliederter Freibereich verschränken die Schule mit ihrer Nachbarschaft.
Der Weg auf den Campus+ führt über den Vorplatz. Dieser ist großzügig bemessen um wartenden Kindern und Eltern Platz zu bieten. Das Jugendzentrum und der Veranstaltungssaal können ihn für Aktivitäten und Feste nutzen. Der Campus+ wird neues Zentrum des Quartiers.
Vom Vorplatz gelangt man in die Eingangshalle. Sämtliche Funktionen des Gebäudes münden hier. Ein gemeinsamer Marktplatz entsteht und bildet das Herz des Campus. Dieses ist zentraler Dreh- und Angelpunkt, Verteiler im täglichen Alltag und hat zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität durch Sitzstufen und Individualmöblierung. Biber 1 und Biber 4 sind ebenerdig angedockt, Biber 2 und 3 sind über breite Sitzstufen angebunden und liegen auf dem Sockelgeschoss. Im östlichen Teil des Erdgeschosses sind Kinderkrippe, Förderklassen und ein Teil des Kreativbereichs (Bibliothek, Medien und Musikraum) zu finden. Im Westen sitzen der große Saal, das Jugendzentrum, sowie etwas zurückgezogen dienende Funktionen. Unter dem Foyer – über eine Treppe mit angemessenem Luftraum verbunden – ist Platz für Kreativ- und Therapiebereich, sowie die zentrale Küche. Die Turnhalle, welche als Veranstaltungshalle genutzt werden kann und die Büros liegen ebenfalls in dieser Ebene. Sie haben einen kurzen Weg zur Eingangshalle. Abgerückt vom Gebäude können diese Räume optimal natürlich belichtet werden.
Biber 1 betritt man direkt über den Markplatz. Um einen Dorfplatz gliedern vier Bildungsräume eine offene Lernlandschaft. Die Bildungsräume erweiten sich zum Garten über Freiklassen. Vom unteren Dorfplatz führt eine Treppe auf den oberen Dorfplatz. Drei Bildungsräume sowie der Teamraum gliedern die vielfältigen Lernbereiche. Zum benachbarten Biber 2 sind gemeinsam genutzte Räume angeordnet und ermöglichen eine Vernetzung mit dem Nachbarbiber. Hier kann gemeinsam gekocht und gegessen werden. Die Treppe führt auch auf das Dach, auf dem zusätzliche Freiklassen angeboten werden können.
Biber 2 betritt man vom Foyer über eine breite Treppe mit Sitzstufen. Um den unteren Dorfplatz sind drei Bildungsräume sowie der Teamraum gruppiert, welche differenzierte Lernzonen gliedern. In Nachbarschaft zum Biber 1 wird gekocht und gegessen und liegen die gemeinsam genutzten Räume. Um den oberen Marktplatz wird eine offene Lernlandschaft durch vier Bildungsräume gegliedert. Freiluftklassen werden in beiden Ebenen möglich.
Biber 3 und Biber 4 sind analog zu Biber 1 und Biber 2 organisiert.
Die Kinderkrippe und die Förderklassen im Erdgeschoss haben einen direkten Gartenzugang, einen eigenen externen Zugang und können bei Bedarf erweitert bzw. umgewidmet werden.
Das Jugendzentrum und der Kreativbereich westlich vom Marktplatz sind zum Vorplatz orientiert. Ein gedeckter Freibereich erweitert den Raum und ist bei Veranstaltungen nutzbar. Der Turnsaal ist halb eingraben und oberhalb der Prallwände natürlich belichtet. Die Umkleiden, Geräteräume, WCs etc. können unkompliziert und wirtschaftlich unter Terrain organsiert werden. Ein externer Zugang im Süden ermöglicht die Benutzung außerhalb der Schulzeiten.
Die Ver- und Entsorgung des Campus+ erfolgt über eine eigene Vorzone von der Attemsgasse abgetrennt vom Vorplatz. Der nahe Lift verteilt im Gebäude.
Die Freibereiche der Schule gliedern sich in einen öffentlichen Vorplatz und einen zusammenhängenden internen Bereich. Dieser gliedert sich in einen Experimentiergarten im Nordwesten, eine »Zwergenwiese« im Nordosten, den Hartplatz im Südosten, den Treffpunkt zentral beim Marktplatz und in eine Ruheinsel im Südwesten. Alle Bereiche sollen individuell gestaltet werden. So könnte der Vorplatz als Rahmung eine überlange Sitzbank bekommen und ansonsten leer von Möblierung bleiben. Nutzungsneutral ist er so Vorplatz im Alltag, Festplatz bei Schulfesten und Treffpunkt für das Jugendzentrum. Die Felder Ruhe, Experiment und Spiel können landschaftlich nach diesen Themen möbliert, modelliert und bepflanzt werden.
Die Fluchtwege des Campus+ sind einfach und logisch geführt. Der erste Fluchtweg von Biber 1 und Biber 4 führt über die interne Treppe direkt ins Freie. Der zweite Fluchtweg führt in den benachbarten Biber. Der erste Fluchtweg von Biber 2 und 3 führt über die interne Treppe auf das Dach der Eingangshalle und über eine breite Außentreppe nach unten. Der zweite Fluchtweg führt in den benachbarten Biber bzw. auf dessen Dach und eine Treppe nach unten. Sämtliche Räume im Erdgeschoss können direkt ins Freie fliehen. Das Untergeschoss hat zwei Fluchtwege über die Treppe zur Eingangshalle mit eigenem Ausgang bzw. über den externen Zugang.