NEUBAU LEBENSWELT AIGEN
SALZBURG

anonymer nicht-offener Wettbewerb
(Bewerbungsverfahren)

Matthias Seyfert
Dietmar Moser

Paul Wichert

in Zusammenarbeit mit poppe*prehal
Freiraumplanung: Jakob Fina

05|2012 – 06|2012

ENTWURFSKONZEPT

Das Grundstück ist geteilt in eine Grünzone im Osten und in einen bebaubaren Teil im Westen. An der Grenze dieser beiden Teile liegt ein gebogener, viergeschossiger Baukörper. In den oberen Geschossen ist er geschlossen und hält den Straßenlärm ab. Im Erdgeschoss ist er durchlässig. Der westliche Teil des Grundstückes ist locker mit scheinbar zufällig verstreut liegenden Baukörpern bebaut. Ein dichtes Wegenetz ermöglicht ein kommunikatives Quartier. Eine einheitliche Freiraumplanung schafft verbindende Identität. Die Einfahrt in die Tiefgarage liegt an der Oliviergasse.

Der lange, gebogene Baukörper hat im Erdgeschoss großzügige Durchgänge mit angedockten Gemeinschaftsfunktionen. Zentral im Quartier gelegen, können sich soziale Treffpunkte entwickeln. Hier ist der Dorfplatz des Quartiers. In den oberen drei Geschossen liegen jeweils drei Wohnungen an einem Treppenhaus - eine ökonomische Erschließung, welche den Luxus der gedeckten Durchgänge im Erdgeschoss ermöglicht. Bei alle Wohnungen sind die Wohnräume nach Westen orientiert und haben eine großzügige Terrasse mit Blick auf den Untersberg. Der Schwung des langen Körpers verhindert zum einen Monotonie und nimmt ihm gleichzeitig seine Härte. Er ist angenehmer, schützender Rücken für die flachere Bebauung im Westen.

Diese besteht aus drei Einzelhäusern und drei Hausgruppen. Die verdreht zueinander liegenden Baukörper mit unterschiedlichen Höhen scheinen zufällig platziert, bei genauerer Betrachtung lassen sich keine Wohnungen mit ungünstiger Orientierung finden und die Bebauung wirkt überaus locker. Die drei Hausgruppen haben ein verbindendes Treppenhaus, was sich neben der Erschließung als Treffpunkt anbietet.

Die verschiedenen Wohnungstypen sind auf das gesamte Areal verteilt. Soziale Vermischung ist gegeben. Gleichzeitig werden zwei Bautypen angeboten, der lange Riegel mit durchgehendem Sonnenbalkon und Ausblick auf die Berge und die kleinen Einzelhäuser mit fast dörflichem Gepräge. Für Menschen mit ganz unterschiedlicher Herkunft wird Raum geboten. Durch die Treffpunkte bei den Zugängen der Häuser wird sozialer Vereinsamung entgegen gewirkt, funktionierende Nachbarschaften sind das Ziel.

FREIRAUMKONZEPT

Das gesamte Wettbewerbsgebiet wir durch einen Riegel in zwei Teile geteilt. Zum einen gibt es den öffentlichen Grünraum im Osten, der an den Bach und die vorhandene Vegetation anschließt, zum anderen entsteht ein halböffentlicher bis privater Freiraum im Westen.

Im westlichen Teil liegen die Gebäude wie Inseln verstreut im Grünen. Zwischen gemeinsam von der Tiefgarage erschlossenen Gebäudegruppen spannen sich Plätze auf, die von der Hausgemeinschaft als Treffpunkt und Austausch genutzt werden können. Ebenso findet sich hier ein zentraler, gut einsichtiger Kleinkinderspielplatz mit Sandkiste und Wackeltieren. Kletterpflanzen ranken sich durch die überdachten Ebenen, die Öffnungen darüber lassen die Sonnen herein.

Die Eigengärten werden durch lückige Heckenblöcke gekennzeichnet, ohne sich vom umgebenden Grün zu verschließen.

Die Wege ziehen sich wie Bänder durch den Wiese, Plätze und Durchgänge und verbinden die zwei Grünteile miteinander. Großzügige Durchgänge öffnen den Riegel und klammern die Grünflächen zusammen. Im westlichen Teil sind den breiten Rampen Stauden- und Gräserbeete vorgelagert und schaffen so eine platzartige Situation.

Im Osten verteilen sich Spiel- und Ruheinseln in der naturnahen Wiese als gestalterisches Pendant der Einzelgebäude im Westen. Diese Flächen werden mit unterschiedlichen Spiel- und Aufenthaltsfunktionen belegt und können von den BewohnerInnen der gesamten Umgebung genutzt werden.