NEUBAU BERGISCHE UNIVERSITÄT
WUPPERTAL

anonymer geladener Wettbewerb

Dietmar Moser
Matthias Seyfert

Roland Schober
Jörn Besser
Marco Stummer

03|2010 – 06|2010

ERSATZNEUBAU FÜR DIE FÄCHER CHEMIE | BIOLOGIE | INGENIEURWISSENSCHAFTEN DER BERGISCHEN UNIVERSITÄT WUPPERTAL

Der Neubau für die Fächer Chemie, Biologie und Ingenieurwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal fügt der laufenden Hochschulmodernisierung einen weiteren starken Baustein hinzu. Das Gebäude zeigt sich selbstbewusst und eigenständig. Gleichzeitig integriert es sich in den Campus Grifflenberg. Geprägt ist die Universität durch dominante Architektur großer Volumen, was das umfangreiche Raumprogramm für den Neubau weiterführt. Der Entwurf setzt einen markanten Baukörper sensibel in das Baufeld ein. Fluchten der angrenzenden Gebäude werden aufgenommen und behutsam geknickt. So entsteht ein spannender Straßenraum. Die leichte Überhöhung im Südosten verstärkt die Torsituation am Eingang in die Universität. Einschnitte auf der Straßenseite und zur Stadt gliedern den Bau. Der Haupteingang befindet sich gegenüber dem neuen Eingang zum Hörsaalzentrum. Diese bewusst gewählte räumliche Nähe begünstigt kurze Wege und setzt einen Fokus auf dem Campus. Vom Haupteingang gelangt man durch das Foyer auf die Aussichtsterrasse, die das auf dem Campus immer wieder zu findende Thema der Terrasse über der Stadt zitiert. Der direkte Zugang ins Gebäude von der Max-Horkheimer-Straße ist so beiläufig möglich.

KOMMUNIKATIONSRÄUME

Zurück im Foyer erschließt sich das gesamte Gebäude über einen filigranen, langgezogenen, das gesamte Gebäude durchfließenden Aufenthalts- und Erschließungsraum. Geschossübergreifende Lufträume fördern die Verschränkung der Fachbereiche. Die angelagerten Einschnitte bieten Ausblicke in das Umland wie auf den Campus. Attraktiver Aufenthalt in der Erschließung des Gebäudes fördert die interdisziplinäre und informelle Kommunikation, die Vermischung der Forschergruppen, die Zufallskontakte und damit die Wissensgenerierung durch Spontankommunikation. Im Erdgeschoss haben die großen Hallen und Labore direkten Zugang von der Straße. Darüber liegen 5 Geschosse. Die Hochhausgrenze wird nicht überschritten, womit eine ökonomische Realisierung gegeben ist. Pro Geschoss umklammern jeweils zwei Zeilen mit Laboren und Büros die inneren Atrien. Die mit Tageslicht versorgte Außenhaut wird maximiert, natürliche Belichtung für alle ist sichergestellt. Zwei "halbe" Untergeschosse werden durch die Nutzung des stark fallenden Terrains möglich. Die Fassade ist als kleinteiliges, serielles, vorgehängtes Fassadensystem mit integriertem Sonnenschutz geplant. Veränderungen in der Nutzung können sich in der Fassade wieder spiegeln. Experimentelle Optimierung und Weiterentwicklung kann ständig vorgenommen werden.

Die Fassade zeigt so Wandelbarkeit, Anpassung, Flexibilität und Optimierung als wesentliche Aspekte eines universitären Forschungsgebäudes. Hoher Wärmeschutz und effizienten Verschattung sind selbstverständlich.

KONSTRUKTION

Das Gebäude ist als Stahlbetonskelettbau mit hochgedämmter Außenhaut geplant. Die Masse der Konstruktion kann so speicherwirksam werden. Zusätzlich wird diese zum Heizen und Kühlen aktiviert. Angenehmes Raumklima mit geringen Temperaturdifferenzen wird angestrebt. Der Wärmerückgewinnung der Abluft wird besonderes Augenmerk geschenkt. Der Gebäudestandart Passivhaus wird angestrebt. Effizienter, außen liegender Sonnenschutz minimiert den Energieeintrag. Dieser ist gleichzeitig Lichtleitsystem, so dass künstliche Belichtung und damit wieder Energieverbrauch minimiert wird. Die Versorgung der Labore erfolgt über zentrale vertikale Schächte und dezentrale Unterverteilung.