NEUBAU WOHN- UND PFLEGEHEIM
ARZL IM PITZTAL

anonymer EU-weit offener Wettbewerb

Dietmar Moser
Matthias Seyfert

Jörn Besser (Rendering)
Marco Stummer

03|2010 – 06|2010

AUFGABENSTELLUNG

Ziel des EU-weit offenen Wettbewerbes war die Erlangung baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für das Wohn- und Pflegeheim Pitztal in Arzl.

AUF DEM HÜGEL

Das neue Alten- und Pflegeheim sitzt auf einem Hügel und ist von kleinteiliger Bebauung umgeben. Der geknickte Baukörper nimmt sich städtebaulich zurück. Die kurzen Ansichtsflächen nehmen Bezug auf die Umgebungsbebauung, die langen Seiten verschwinden in der perspektivischen Verkürzung. Nach Osten ist der Baukörper zweigeschossig und vermittelt zu den nahen Nachbarn. Nach Süden und Westen gibt ein Plateau Freiraum mit Aussicht auf die umgebenden Berge. Das neue Wohn- und Pflegeheim integriert sich in den Ort und nutzt die Vorzüge des besonderen Grundstückes.

DAS ÖFFENTLICHE ERDGESCHOSS

Die vorhandene Erschließung bleibt erhalten und mündet in einen Vorplatz. Ein gedeckter Zugang führt ins helle Foyer. Es liegt im Kreuzungspunkt des Gebäudes und aller Aktivitäten. Bei Veranstaltungen dient es als Empfangs- und Pausenraum. Kurze Wege führen von hier zu den Büros und den Wirtschaftsräumen. Das Tageszentrum mit Cafe und Andachtsraum ist vom Foyer und vom Vorplatz zugängig. Nach Westen und Süden orientiert und mit vorgelagerter Aussichtsterasse umgeben, laden diese Räume ganz besonders ein. Die Nebenräume im Westen sind teilweise eingeschüttet. Störung der Umgebung wird so reduziert. Über einen Geländeschlitz im Norden wird das Gebäude versteckt angeliefert.

DIE WOHNGESCHOSSE

Über die zentrale Haupterschließung betritt man die zwei Wohngeschosse. Von diesem Dreh- und Angelpunkt hat man jeweils alle 2 Wohneinheiten im Überblick. Pragmatisch aufgereihte Zimmer münden in das gemeinsame Wohnzimmer. Die Staffelung der Zimmer verjüngt die Erschließung und schafft einen subtilen Übergang von öffentlichem Stiegenhaus zu privatem Aufenthaltsraum. Dieser ist von einer Terrasse umgeben, großzügig verglast und holt die Berge ins Wohnzimmer. Jedes Zimmer hat einen Balkon - Rückzug mit Ausblick - Nähe zur Natur.

DAS DACH

Aussichtsterrasse ganz oben, Dementenrundgang und Garten - das Dach wird genutzt.

DIE FASSADE

Das Gebäude ist horizontal geschichtet. Dabei treten vorrangig die Obergeschosse in Erscheinung. Der umlaufende Balkon schafft ein ruhiges, einheitliches Bild. Holz in der Fassade, Glas und pulverbeschichtetes Stahl im Geländer bilden einen harmonischen Dreiklang. Spielerisch verteilte Blumenkästen interpretieren Elemente des Ortes auf neue Weise.

ENERGIESPAREN

Das neue Alten- und Pflegeheim ist kompakt und damit energetisch günstig. Das auskragende Dach verhindert sommerliche Überhitzung. Niedrigenergiebauweise und kompaktes Volumen führen zu Wirtschaftlichkeit in der Herstellung und bei den Folgekosten.

ERWEITERUNG

Das Wohn- und Pflegeheim kann kann bei laufendem Betrieb durch Aufstockung um zwei Gruppen erweitert werden.