NEUBAU KINDERGARTEN IM STADTPARK
WIEN

anonymer EU-weit offener Wettbewerb

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert

Jörn Besser (Renderings)

09|2009 – 10|2009

AUFGABENSTELLUNG

Ziel des EU-weit offenen Wettbewerbes im Stadtpark Wien war die Erlangung von Vorentwurfskonzepten für einen Kindergarten mit 9 Gruppen. Das Projekt trägt der besonderen Lage im Stadtpark Rechnung. Der straßenseitige Verwaltungs-und Versorgungstrakt schützt die zum Park orientierten, spielerisch bewegt angeordneten Gruppenräume mit ihren lichtdurchfluteten, differenzierten Zwischenzonen.

DER »SCHÜTZENDE RÜCKEN«

Die stark befahrene Straße wird durch einen »schützenden Rücken« abgeschirmt, der die Verwaltungs- und Versorgungsfunktionen beinhaltet. Ein niedriger Baukörper für Gartengeräte und Müllräume, sitzt am Ende dieses Riegels, markiert den Eingang und führt die Besucher selbstverständlich ins Innere des Kindergartens. Warme Farbgebung in Sandstein, begrünte Dächer und spielerisch gesetzte Rankgerüste an den Fassaden unterstreichen die freundliche, attraktive Eingangssituation. Die behindertengerechten Rampen sind längs der Straßenseite geführt, um einen möglichst großen ebenerdigen Vorplatz zu schaffen, der auch zum Spielen einlädt. Über den Haupteingang gelangt man in den zentralen Eingangsbereich, von dem aus voneinander unabhängige Eingänge in das Spielhaus bzw. in den Kindergarten und weiter in den Park führen. Die Kanzlei sitzt direkt beim Haupteingang und sorgt für soziale Kontrolle.

DAS LICHTDURCHFLUTETE INNENLEBEN

Die sich hier öffnende, lichtdurchflutete Zwischenzone beinhaltet die Erschließung sowie Spiel-und Esszonen, die durch viele Nischen, Rücksprünge und Durchblicke abwechslungsreich gestaltet sind. Durch die vielfältigen Sichtverbindungen (Verbindungen der Gruppenräume untereinander, Blickverbindungen zur Erschließungs/Spielzone, zu den Garderobenbereichen, den Sanitärbereichen etc.) wird einerseits die wunderschöne Natur des Stadtparks im gesamten Inneren spürbar, andererseits der gewünschte »offene Betrieb« des Kindergartens gefördert.

DIE SPIELERISCH BEWEGTEN GRUPPENRÄUME UND DAS SPIELHAUS

Die Gruppenräume selbst sind spielerisch frei in diese Zwischenzone gesetzt. Sie unterscheiden sich in Farbe und Material, sind als eigene Körper spürbar und können den Kindern ein jeweils individuelles, warmes »Nest« sein. Das Innere der Gruppenräume bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Intimität und Rückzug. Durch die Verzahnung der Gruppenräume entstehen nicht nur die beschriebene abwechslungsreiche Spiel-, Ess-und Erschließungszone, sondern auch sehr reizvolle Übergänge zwischen den Innen und Außen. Ebenso wie die Gruppenräume ist auch das »Spielhaus« als eigenständiger, zweigeschossiger Körper spürbar und erlebbar.

Die Spielgalerie bietet den Kindern sowohl Rückzugsnischen zum Kuscheln, als auch spannende Blicke zum Stadtpark, dem Wienfluss und dem zweigeschossigen Bereich. Um die Kommunikation und den offenen Betrieb zu fördern, werden die Gruppenräume und das Spielhaus auch im Obergeschoss über einen durchgehenden Freibereich verbunden. Zwei Stiegen sorgen für bestmögliche Anbindung an den Garten.

DIE FREIBEREICHE

Die bewegte, spielerische und leicht konkave Struktur des Kindergartens schützt die Freibereiche bestmöglich vor Emissionen der naheliegenden Straße. Der alte Baumbestand bleibt unangetastet. Extensiv begrünte Dächer und Rankgerüste an den Fassaden binden den Kindergarten sehr harmonisch in den Stadtpark ein.