anonymer EU-weit offener Wettbewerb
Dietmar Moser
Matthias Seyfert
Marco Stummer
Clemens Steininger
Jörn Besser (Rendering)
08|2009 – 09|2009
Aufgabe des einstufigen, EU-weit offenen Wettbewerbes war der Abriss und Neubau einer Volksschule für zwölf Klassen. Zusätzlich waren Flächen im Untergeschoss für den Schützenverein gefordert. Die Räume der Schule werden für Theaterveranstaltungen genutzt. In einer zweiten Stufe sollte der Turnsaal abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Ziel war eine Neugestaltung als kulturelles Zentrum von Thalgau.
Am neuen Gesamtbauplatz (Volksschule, Hauptschule, Poly, Kindergarten) steht kleinteilige Wohnbebauung neben großformatigen Baukörpern (Altenheim, Gericht,...). Der Neubau der Volksschule Thalgau mit Turnhalle fügt sich in diese Struktur ein. Klare Baukörperbildung an den Straßenseiten schafft eindeutige Adressbildung. Die Massstäblichkeit der angrenzenden Bebauung im Süden und Osten wird aufgenommen. Die zwei Baukörper Schule und Turnsaal stehen spannungsvoll nebeneinander und zonieren das Grundstückes in Vorplatz, Theater und Nebenzonen. In der Fuge ist die bestehende Polytechnische Schule trockenen Fußes erreichbar.
Wegen des Hochwasserschutzes steht das Gebäude auf einem Sockel. Ein gedeckter, erhöhter Vorplatz mit Einblick in den tieferliegende Turnsaal weisst den Weg ins Gebäude. Empfangen wird man in einem zweigeschossigen, großen Raum. Im Schulbetrieb ist dieser Aula, Foyer mit angrenzender Garderobe und Pausenfläche. Für das Freilufttheater ist er als Probebühne, Besuchereingang oder bei Schlechtwetter sogar als Theater bespielbar.
Angedockt an diesen multifunktionalen Raum sind Bibliothek, Nachmittagsbetreuung, Sanitäranlagen, Schulwartloge und weitere dienende Funktionen. Vom Zwischengeschoss mit Bibliothek und Lehrerzimmern hat man Übersicht über die Aula und kurze Wege zu den Klassen in den Obergeschossen. Diese sind um einen Hof gruppiert, welcher sich attraktiv nach Süden öffnet und als Schulhof genutzt werden kann. Freiräume und breite Gangzonen erweitern das Angebot an Pausenflächen. Die Erweiterung der Schule um vier Klassen ist durch Schließen des Hofes leicht realisierbar.
Im Untergeschoss liegen der Turnsaal mit Umkleiden und der Schießstand. Über die Treppe mit Lift und einen Nebeneingang ist externe Nutzbarkeit realisiert. Der zweite Nebeneingang im Süden ist für die öffentliche Bibliothek und die Schulwartwohnung.
Die vielschichtig ausformulierten Baukörper umhüllt eine ruhige, elegante Lamellenfassade. Bei den Fenstern dreht sich diese auf. Belichtung bei gleichzeitigem Sonnenschutz wird so erreicht.