anonymer EU-weit offener Wettbewerb
Dietmar Moser
Matthias Seyfert
Robert Oberbichler
Marco Stummer
Clemens Steininger
07|2009
Der Wettbewerb für die Sanierung und Erweiterung der Holzfachschule in Hallstatt ist örtlich geteilt in Theorie- und Werkstattgebäude.
Das Theoriegebäude – ein schöner Altbau direkt am See – soll vergrößert und über einen Lift behindertengerecht erschlossen werden. Das unter Denkmalschutz stehende Haus ist äußerst prägend für Hallstatt. Die in den letzten Jahren realisierte östliche Erweiterung erfolgte harmonisch und selbstbewusst. Darauf aufbauend, passt sich der vorgeschlagene Zubau im Westen an. Auf einem transparenten Sockel ruhend, greift ein zweigeschossiger Baukörper das Thema Blechfassade auf. Ein spannungsvolles Visasvis entsteht. Zugleich wird spielerisch die Rhythmik der Fensteröffnungen des alten Gebäudes übernommen.
Eigenständig neben dem Hauptgebäude stehend, vermittelt der neue Westflügel zur flacheren Nachbarbebauung und verhindert tunnelartige Straßenfluchten. Der Höhensprung zwischen Schulvorplatz und Neubau zoniert klar und schafft spannende Plätze. Im Bestandsgebäude sorgt ein neu zu errichtender Lift für Barrierefreiheit und ein im Brandfall abschottbares Treppenhaus für den nötigen Brandschutz. Durch die Verlängerung der westlichen Erschließung kann der neue Baukörper auf einfachste Weise angedockt werden. Alle Funktionen im Neubau sind ökonomisch übereinander gestapelt. Massive Schottenbauweise in Kombination mit vorgefertigten Holzfassadenelementen gewährleisten Langlebigkeit und ökologische Niedrigenergiebauweise. Für die Erweiterung des bestehenden Heizsystems wird der Heizraum nach oben vergrößert.
Das bestehende Werkstattgebäude gehört zu den wenigen großen Baukörpern im ansonsten von kleinteiligen Siedlungsbauten dominierten Hallstatt. Die wenigen großen Baukörper sind schmal und lang und ostwest entlang des Baches ausgerichtet. Das Werkstattgebäude wirkt derzeit als Fremdkörper und soll in einen Baustein des Ortes transformiert werden.
Das nur teilweise genutzte Dach wird abgetragen. Die Sichtbeziehung vom Ortskern zum Amtshaus wird so wieder hergestellt. Erweitert wird dort, wo es die innere Organisation verlangt. Das gesamte Gebäude immer im Blick, entstand so ein langgezogener Baukörper, der sich bewusst an Proportionen der unter Weltkulturerbe stehenden Bootshäuser anlehnt.
Der Bestand wurde als Stahlbetonskelett errichtet, was sich bewährt hat. Die Erweiterung greift dies auf. Im Bereich der Fassade sollen hochgedämmte, vorgefertigte Holzelemente eingesetzt werden, um den Heizenergiebedarf zu minimieren. Die bestehende Fassade soll ebenfalls thermisch saniert und soweit möglich angepasst werden. Als außenliegender Sonnenschutz sind horizontale Holzlamellen geplant, welche sich über Alt und Neu spannen und Einheitlichkeit herstellen. Assoziationen zum Holzstapel sind gewollt und sollen der Schule Identität geben. Bei den Eingängen sind die Lamellen unterbrochen. So ist der Haupteingang mit einer für Ausstellungen wie geschaffenen extra breiten Treppe und einem Vorplatz markant ablesbar. Wenn auch aus Einzelteilen unterschiedlicher Epochen zusammengesetzt, bekommt die HTBLA Hallstatt doch ein einheitliches Gebäude.