anonymer EU-weit offener Wettbewerb
Susanne Seyfert
Dietmar Moser
Matthias Seyfert
Marco Stummer
Jörn Besser (Rendering)
05|2009 – 06|2009
Die im Areal Rathauspark gelegene Gärtnerunterkunft, ein Stützpunkt des für Erhaltungsarbeiten an Grünflächen, Parkanlagen, Alleen und Kinderspielplätzen zuständigen Personals, soll am alten Standort neu errichtet werden. Der Ort ist zwischen Parlament, Burgtheater und Rathaus prominent gelegen.
Die Gärtnerunterkunft mit Lagerflächen, Stellplätzen für Traktoren und Rasenmähern sowie Umkleideräumen ist ein Fremdkörper im Rathauspark. Derzeit wird dieser Fremdkörper weggepflanzt, was gut gelingt, allerdings dem Park seine Offenheit nimmt. Die neue Gärtnerunterkunft tritt nach außen als Grashügel kaum in Erscheinung. Sozialraum und Büro bilden eine sich in den Landschaftsraum integrierende Laterne, was die Gärtnerunterkunft auch nach außen dezent ablesbar macht. Alle anderen Funktionen (Garagen, Lager) liegen unter dem Rasen. Der Park wird ein Stück größer. Das von der Gärtnerei besetzte Teilstück des Parks kann wieder landschaftsplanerisch gestaltet werden. Bodennahe Sträucher können entfallen, die großen Bäume werden wieder zu selbstständige Objekte. Zur westlichen Einfahrt öffnet sich der Grashügel geschwungen, nimmt bewusst die Formensprache der Wege auf und offenbart zurückhaltend die enthaltenen Funktionen. Die neue Gärtnerunterkunft organisiert sich ebenerdig um einen Werkhof. Untergeordnete Funktionen wie Umkleiden und Technikräume befinden sich im Untergeschoss. Büro und Sozialraum liegen mit Blick in den Park über dem Werkhof. Der Einschlagplatz bleibt wie im Bestand direkt am Eingang. Alle Flächen sind abschließbar. Die Gärtnerunterkunft wird wie bestehend von Westen über den vorgelagerten Einschlagplatz erschlossen. Von diesem mit einem geringen Gefälle von 8cm pro Meter wird der tiefer liegende Werkhof verbunden. Die Garagen und Lagerflächen werden vom Werkhof aus bedient.
Der Rohbau wird in Stahlbeton vor Ort errichtet. Der überwiegende Teil des Gebäudes ist erdüberdeckt. Eine aufwendige Fassade entfällt. Die Einsparungen können im Innern verwendet werden. Das Gebäude wird durch geringe Trakttiefen und Oberlichter natürlich belichtet. Hoch gedämmte Außenbauteile, Erdüberschüttung fast des gesamten Gebäudes und zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung garantieren Niedrigenergiehausstandart. Die Restheizlast und die Warmwasserbereitung werden mit der anliegenden Fernwärme abgedeckt. Die hohen schattenspenden Bäume sichern ohne zusätzlichen Aufwand angenehmes Raumklima im Sommer. Das Gebäude integriert sich in den Park. Die Oberflächenwässer versickern natürlich. Lediglich der Werkhof wird über den öffentlichen Kanal entwässert. Ein separater Zaun ist durch die Höhenentwicklung nicht nötig.