CAMPUS DER RELIGIONEN
SEESTADT ASPERN

GASTENTWERFEN TU WIEN
(Prof. Christian Kühn)

Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Dietmar Mosert

02|2017 – 07|2017

AUFGABENSTELLUNG

Die Seestadt Aspern ist eines der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas. Bis zu 30.000 Menschen werden in diesem 240 ha großen Planungsgebiet im Jahr 2028 leben und arbeiten. Das ambitionierte Programm sieht einen Mix aus Wohnungen, Sozial-, Gewerbe- und Forschungseinrichtungen gepaart mit großzügigen Erholungsflächen vor, wobei ein Fokus auf Ökologie und Nachhaltigkeit gelegt wird.

Öffentlicher Verkehr, Rad- und Fußgänger stehen im Zentrum, der motorisierte Individualverkehr wird auf ein Minimum reduziert. Ziel ist eine zukunftsweisende, funktional durchmischte Stadt der kurzen Wege, die in ihrer immer bunter und vielfältiger werdenden Gesellschaftsstruktur eine bestmögliche Lebensqualität bietet.

Im Herzen dieses Planungsgebietes, direkt neben der in Hochlage geführten U-Bahnlinie, ist ein Baufeld für kulturelle und religiöse Nutzungen vorgesehen: ein »Campus der Religionen« auf einer bebaubaren Fläche von rund 10000 m² mit einer Nutzfläche von rund 23000 m².

Der Begriff des Campus muss im Entwurf mit Leben erfüllt werden: Geht es um einen kommerzfreien Raum, in dem unterschiedliche Vorstellungen von Transzendenz gelebt und erfahren werden können? Einen Diskursraum des Religiösen, in dem auch atheistische Positionen ihren Platz haben? Einen erhabener Raum ohne jede funktionelle Zuschreibung, der einer Besiedelung offen steht? Ein soziales und kulturelles Zentrum mit implantierten Räumen der Andacht?

Im Entwerfen geht es um architektonische Antworten auf diese Fragestellungen, die von der Funktionsmischung bis zur räumlich-konstruktiven Gestaltung reichen. Gesucht wird eine ausbaufähige Gebäudestruktur, die den Anforderungen und Parametern einer zunehmend mannigfaltigen Gesellschaft gerecht werden kann, ohne forcierte Polarisierung und naive Auflösung der Gegensätze. Der vorgesehene Standort für den Campus der Religionen hat weder natürliche Besonderheiten noch eine herausgehobene Lage im Stadtplan der Seestadt. Die Idee der Konzentration religiöser Nutzungen verschiedener Konfessionen in Verbindung mit angeschlossenen kulturellen Einrichtungen an einem Ort ist Basis für das Entwerfen, ebenso die konkreten Bebauungsbestimmungen hinsichtlich Dichte und Höhenentwicklung.