NEUBAU HORT KEFERFELD
LINZ

geladener Wettbewerb

1.Preis

Dietmar Moser
Matthias Seyfert
Susanne Seyfert

Julia Haselsteiner
Florian Dessl

seit 06|2016

ENTWURFSKONZEPT

Durch die Erweiterung der historischen Volkschule um einen 6-gruppigen Hort können zeitgemäße Räume für Ausspeisung und Nachmittagsbetreuung geschaffen werden. Es ergibt sich die Chance, den Neubau so zu platzieren, dass der erhaltenswerte Schulgarten weder zu sehr vermindert noch zerschnitten wird. Zentrum des Entwurfs ist – dieser Prämisse folgend – die optimale Verzahnung des Neubaus mit dem Bestand und die Erhaltung des bestehenden Freiraumes und Baumbestandes.

Zur Erzielung einer möglichst hohen Kompaktheit wird ein sorgfältig proportionierter L-förmiger Baukörper dem bestehenden Turnsaal vorgestellt. Dieser fügt sich mit moderner Akzentuierung in die bestehende Bebauung ein und befreit das denkmalgeschützte Hauptgebäude soweit wie möglich vom störenden Anbau.

Der bestehende in die Jahre gekommene Garderobentrakt des Turnsaals wird abgerissen und im Untergeschoss des Neubaus integriert. Der Geräteraum des Turnsaals wird im Erdgeschoss neu positioniert und ist sowohl von außen als auch vom Turnsaal begehbar.

Zwischen alten Baumbestand entlang der Thürheimerstraße und neuem Hortgebäude liegt der geschützte Schul- bzw. Hortgarten. Er ist zugleich Vorplatz der Turnhalle, Freiraum des Hortes, Bewegungsraum der Schule und Spielplatz.

ERSCHLIESSUNG | ORGANISATION

Über den Haupteingang an der Thürheimerstraße gelangt man in den zentralen Eingangsbereich, von dem aus voneinander unabhängige Eingänge in den Turnsaal und Hort und weiter zu den Garderoben und in den Garten führen. Die Hortleitung sitzt direkt beim Haupteingang und sorgt für soziale Kontrolle. Durch die lichtdurchfluteten, verglasten Garderoben gelangt man weiter in den Multifunktionsraum mit Schwerpunkt Essen und in jeweils 3 Gruppenräume. bzw. direkt in den Garten. Erdgeschoß und Obergeschoß sind grundsätzlich gleich und somit übersichtlich organisiert.

Die Gruppenräume sind nach Südosten orientiert und durch eine vorgelagerte Terrasse mit dem Garten verbunden. Um die Kommunikation und den offenen Betrieb zu fördern, werden die Gruppenräume auch im Obergeschoss durch einen durchgehenden Freibereich verbunden. Eine zweite Stiege sorgt für bestmögliche Anbindung an den Garten. Durch große Fensteröffnungen nach Süden wird die wunderschöne Natur des Gartens im gesamten Inneren spürbar.

Der Bewegungsraum im Obergeschoss ist durch öffenbare Schiebelemente um einen Freibereich erweiterbar. Hier entsteht im Sommer eine sehr attraktive Terrassensituation.

Der bestehende Turnsaal wird durch einen vom Hort getrennten Vorraum an die Schule angebunden. Dieser streckt sich über beide Geschosse und wird durch ein großzügiges ausreichend belichtet. Hier finden die derzeit situierten Schulgarderoben wieder ausreichend Platz.

ENERGIEKONZEPT | MATERIALITÄT

Um den Energiebedarf möglichst gering zu halten, ist der Hort sehr kompakt gestaltet. Die nordseitigen Öffnungen sind minimiert, während nach Süden größere Glasflächen für optimale solare Einträge sorgen. Terrassenflächen entstehen trotz dieser Kompaktheit auch im Obergeschoß durch den vorgesetzten Balkon in Holzkonstruktion.

Bei den Materialien wird großer Wert auf energiesparende, ökologische und ökonomische Bauweise gelegt. Der Neubau wird in kostengünstiger Massivbauweise mit ökologischer Wärmedämmung und gespachtelter Putzfassade in Betonoptik errichtet. Die großen Fensteröffnungen in den Gruppenräumen bieten durch die hohe Verglasung optimale Tageslichtqualitäten. Gezielte Auskragungen und außenliegender Sonnenschutz nach Südwesten beugen sommerlicher Überwärmung vor.