NEUBAU STADTHAUS
KOLLEGIUMGASSE | GRABEN
LINZ

Dietmar Moser
Matthias Seyfert

Julia Grims

06|2012 – in Planung

ENTWURFSKONZEPT

Das Grundstück hat zum sehr dicht befahrenen Graben eine kurze und zur urbaneren Kollegiumgasse eine längere Fassade. Alle anderen Seiten schließen mit Brandwänden direkt an die Nachbarbebauung an. Die Zufahrt für die Tiefgarage ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens vom Graben aus nicht möglich und wird über die Kollegiumgasse erschlossen. In der Kollegiumgasse soll die neue Bebauungskante vor der bisherigen Bebauung liegen, um den Straßenzug enger zu fassen. Die neue Bebauung soll einen Innenhof freilassen.

Das neue Gebäude folgt den Vorgaben des Bebauungsplanes. Zum Graben wird die kurze Seite bebaut und die verbleibende Fuge mit einer gläsernen Lärmschutzwand geschlossen. Zur Kollegiumgasse rückt der Neubau auf die neue Baufluchtlinie und bildet im Erdgeschoss eine Arkade aus. Zwei Durchgänge in den Hof bleiben frei. Die transparente Ausbildung des gesamten Erdgeschosses verstärkt die Offenheit des Hofes. Die Einfahrt in die Tiefgarage bzw. zum Autolift ist etwas abgerückt vom Geschäft.

Treppenhaus und Lift sind mittig im schwer zu belichtenden Ostwestbaukörper über einen gedeckten Vorbereich vom Innenhof zu erreichen. Im ersten Obergeschoss sind zwei Büros an das Treppenhaus angeschlossen. Im zweiten Obergeschoss sind zwei Wohnungen direkt vom Treppenhaus und drei weitere Wohnungen vom Laubengang erschlossen. Diese führen als Maisonette ins nächste Geschoss. Die Zimmer liegen unten, die Wohnräume darüber und über eine Wendeltreppe kommt man aufs Dach zur Terrasse mit Ausblick. Alle Wohnungen im Haus sind nach mindestens zwei Seiten belichtet bzw. durchgesteckt organisiert und haben einen Freibereich.

Die Fassade orientiert sich am gegenüberliegenden ehemaligen Hauptpostamt von Julius Schulte aus dem Jahre 1925. Es gibt einen Sockel und Obergeschosse, welche nach oben stärker gegliedert sind. Die Fenster der Zimmer haben einen bestimmenden Grundrhythmus. Einige Fenster sind ausgespart und interpretieren so die Fassade spielerisch neu. Jedem Wohnraum ist eine großformatige Öffnung zugeordnet. Das schafft einen attraktiven Innenraum und ruhig in der Fassade verteilte, besondere Öffnungen. Das Auf und Ab der Gebäudehöhen des Straßenzuges wird im Gebäude mit Gaupen im kleineren Maßstab aufgenommen.

Zum Graben wird die Fassade wiederholt, es gibt den Rhythmus der Fenster, jedoch keine großen Öffnungen. Die Straßenfassade wird auch im Innenhof weitergeführt.

Die Materialität – warmgrauer Sandstein zur Straße und Putzflächen zum Hof – zeigt eine besondere Schauseite und eine pragmatische Innenseite. Viele Häuser der Umgebung wie auch das ehemalige Hauptpostamt haben eine reich verzierte Putzfassade zur Straße und eine schlichte Putzfassade zum Hof. Die detailreiche und langlebige Sandsteinfassade steht neben einer schlichten, farblich angepassten Innenhoffassade.