NEUBAU GANZTAGSGRUNDSCHULE
MIT HORT ST. LEONHARD, NÜRNBERG

nicht-offener interdisziplinärer Wettbewerb
(Bewerbungsverfahren)

3. Preis

Matthias Seyfert
Dietmar Moser

Julia Grims
Nicole Kreußel

Landschaftsarchitektur: Barbara Bacher
Haustechnik: TB Feischl

09|2012

ENTWURFSKONZEPT

Auf dem ehemaligen Schlachthofareal sind in den letzten Jahren Wohnungen und ein Park entstanden. Die neue Ganztagsgrundschule liegt am Schnittpunkt dieses neuen Wohngebietes, den bestehenden Bebauungen und dem Park. Die Lage ergibt eine enge Verknüpfung mit der vorhandenen Infrastruktur - Bürgerzentrum, Bibliothek, Familienzentrum, Einkaufsmöglichkeiten etc.

Der Entwurf setzt nach Süden und Osten die Klassentrakte. Eine gute Belichtung ist sicher gestellt und die angrenzende Wohnbebauung wird dadurch vor Lärm geschützt. Nach Norden und Westen öffnet sich die Struktur und durch die Abstufung wird der Park auf das Dach erweitert. Zum Park orientieren sich Aussichtsterrassen und gedeckte Freiräume. Ein Vorplatz verbindet zum Kinder-Kultur-Zentrum und bildet Raum für das zukünftige Stadtteilzentrum.

Zu diesem Vorplatz orientiert sich der Haupteingang zu Schulzeiten wie zu Hortzeiten. Zu Schulzeiten betritt man das Gebäude im Erdgeschoss und gelangt über die Aula und eine breite Sitztreppe ins 1. Obergeschoss. Zu Hortzeiten betritt man das Obergeschoss direkt über eine Treppe im Freien. Das Erdgeschoss und 2. Obergeschoss bleiben dann noch geschlossen und lassen den Teilbetrieb des Gebäudes als Hort zu.

Im Erdgeschoss liegt die Aula mit den beiden Mehrzweckräumen. Attraktiv verbindet eine breite Sitztreppe in die Obergeschosse und ermöglicht Theateraufführungen und Schulfeste. Dahinter - mit Terrassen nach Norden und Süden und in ruhiger Lage - finden die Speiseräume Platz. Die Küche dockt an und hat ihre Anlieferung im Südosten. Die tiefer liegende Turnhalle ist von oben einsehbar. Im Südwesten haben Verwaltung und Lehrerzimmer einen eigenen Eingang und sind gut mit der Aula verbunden.

Im ersten Obergeschoss sind die Klassenräume der Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie die Werkräume stringent nach Süden und Osten aufgefädelt. Der Allwetterplatz auf dem Dach der Turnhalle rückt den Sport in die Mitte der Schule. Der Hort und die Funktionsräume 1 bilden als Lernlandschaft mit flexiblen Raumkonfigurationen Kreuzung und Zentrum der Schule. Vielfältige Verknüpfungen zu den Außenterrassen verwischen die Grenzen des Gebäudes. Lernen drinnen, draußen, in offenen Lerninseln, in ruhigen Zonen wird je nach Bedarf ermöglicht. Die dargestellte Raumaufteilung stellt dabei nur eine von vielen möglichen Grundrissen dar.

Im zweiten Obergeschoss wiederholt sich das erste Obergeschoss in Variation. Nach Süden und Osten liegen die Klassenräume der Jahrgangsstufen 3 und 4 sowie der Musik- und Informatikraum. Im Luftraum des Allwetterplatzes erweitert eine Tribüne das Raumangebot. In der flexiblen Raumzone bilden Individuelle Förderung und Funktionsräume 2 den Mittelpunkt des Geschosses. Die Terrassenflächen sind nochmals größer als im Geschoss darunter und verbinden mit dem Dach.

Auf diesem liegt der Schulhof als Schuldach neu interpretiert. Der Schulgarten sowie vielfältige Pausenflächen mit Blick über die Dächer der Umgebung krönen eine außergewöhnliche Ganztagsschule. Der herkömmliche Aufbau einer Schule mit Hof, Hort, Aula und Haupteingang im Erdgeschoss und darüber liegenden Klassentrakten sowie daneben liegenden Sportflächen war schon wegen des knapp bemessenen Grundstückes nicht möglich. Die neue vertikale Schichtung mit Aula und Eingang im Erdgeschoss, mit Hort und Klassentrakten im ersten Obergeschoss und weiteren Klassentrakten im zweiten Obergeschoss, sowie die vielfältige Verknüpfung mit den Freiräumen auf dem Dach und zum Park, ermöglichen eine kompakte Schule mit komplexen Funktionszusammenhängen, welche auch für bisher noch nicht gedachte Raumzusammenhänge flexibel bleibt.

Die Außenräume der Schule sind mit fugenlosem Spielplatzbelag überzogen. Bereiche für Bäume und Pflanzen formen sich heraus. So können Bäume auf Hügeln auf das Dach gepflanzt werden. Durch Sitzgruppen werden Beete geschaffen. Die rundum bespielbare Schule als Erweiterung des bestehenden Parks ist Ziel der Freiflächengestaltung.