NEUBAU WOHNANLAGE NEUBAUZEILE
LINZ

geladener Wettbewerb

3. Preis

Matthias Seyfert
Dietmar Moser

Clemens Steininger
Jörn Besser (Rendering)

06|2008 – 10|2008

AUFGABENSTELLUNG

Gegenstand des geladenen Wettbewerbes für die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft der Stadt Linz GmbH war die Erlangung eines Vorentwurfes für die geplante Bebauung des Grundstückes Neubauzeile-Hauschildweg-Angererhofweg.

LOW COST ALS ENTWURFSSTRATEGIE

»LOW COST WOHNBAU« - der Titel des Wettbewerbes ist Kern des Entwurfes, ohne das nach Außen zu zeigen. Dank gleicher Regelgeschosse, übereinander liegenden Loggien, wenigen Haupterschließungen, durchlaufenden Schächten, flach geneigten Kaltdächern mit Regenwasserrohren in der Laubengangzone und einfachster Fassadenausbildung können niedrigste Bau- und Betriebskosten angestrebt werden.

Der Entwurf sieht nach Norden zur dicht befahren Neubauzeile eine schützende fünfgeschossige Bebauung vor. Erdgeschossig ist diese durchlässig. Im Westen weicht sie von der Strasse zurück und gibt dem Supermarkt Raum. Im Osten entsteht durch einen Rücksprung ein Pendant zum Gemeindezentrum. Ein zweiter, leicht versetzter Baukörper fasst den Platz und vermittelt zum geschützten Wohnfeld. Um dieses ist die neue Wohnanlage organisiert. Auf dem komplex strukturierten Feld stehen Punkthäuser. Sie öffnen zum Bestand. Die Zeilen längs der Straße sind als schützender Rücken über Laubengänge erschlossen. Zwei Treppenhäuser reichen zur Erschließung aus. Diese sind transparent und zur wetterabgewanden Seite offen. Zusammen mit dem Laubengang bilden Sie ein freundliches und helles Entree. Alle Wohnungen sind nach Süden orientiert, die Erdgeschosswohnungen profitieren von Eigengärten. Die Punkthäuser bestehen aus zwei Baukörpern und dazwischen liegendem Treppenhaus. Dieses ist gläsern und offen. Vor Regen und Schnee sind die Bewohner durch Einfachverglasungen geschützt. Die Wohnungen sind jeweils zweiseitig orientiert. Eigengärten und Dachgärten ergänzen das Angebot.

FREIRAUM

Das Wohnfeld integriert im öffentlichen Raum große Eigengärten, die den Wohnungen im Erdgeschoss zugeteilt werden. Grüne Mauern schützen die Gärten und wirken raumbildend für das öffentliche Wohnfeld. Die Vielfalt an Raumqualitäten wird auch in funktionaler Hinsicht vielschichtig bespielt - Ruhezonen, Spielplatz, Boulebahn, Tischtennis, Wegeführung und Aufenthaltszonen. Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder und Kinderwägen sowie Gemeinschaftsräume ergänzen das Angebot. Die öffentlichen Funktionen fließen ineinander, die privaten Bereiche sind klar abgetrennt. Die Freiraumgestaltung besticht ökologisch durch die weitgehende Vermeidung versiegelter Flächen. Die dichte, urbane Bebauung verhindert Flächenverbau im Umland. Selbstverständlich ist die Verwendung von ökologisch vertretbaren Baustoffen.

FASSADE

Die Außenhülle zieht sich einheitlich über alle Häuser. Die unterschiedlichen Haustypen und Raumsituationen erhalten eine Identität. Gleichheit wird vermieden, Selbstähnlichkeit ist Prinzip. Die horizontalen Fensterbänder sind frei bespielbar. Vom öffenbaren Fenster, zur Fixverglasung, bis zum Paneel reicht die Varianz. Die übereinander liegenden Loggien fungieren als Joker und verbinden geschossübergreifend. Alle anderen Flächen sind hell verputzt.

ERSCHLIESSUNG PKW

Die Tiefgarage ist über zwei Zufahrten östlich und westlich angebunden. Stau in Stosszeiten kann vermieden werden. Jede Wohnung bekommt einen witterungsunabhängigen Stellplatz mit nah gelegenem Kellerabteil. Geschützte Verbindung auch bei schlechtem Wetter ist gesichert. Parkplätze für Besucher und den Supermarkt sind ebenerdig vorhanden. Mechanische Be- und Entlüftung der Tiefgarage soll vermieden werden. Die natürliche Belüftung in Ostwest-Richtung kann über Zu- und Abluftöffnungen längs der Straße erfolgen.

KONSTRUKTION

Dank gleicher Regelgrundrisse, geringer Spannweiten und durchgehender Unterzüge in Mauerwerk als Schottensystem ist die Konstruktion ökonomisch. Die Erdgeschosszone mit Durchgängen, der Supermarkt und das Untergeschoss werden in Stahlbetonfertigteilen realisiert.

ENERGIE

Sehr günstig ist die Ausrichtung der Wohnräume nach Süden. Der nach Norden liegende Laubengang schafft eine Pufferzone, die im Sommer nicht überhitzt. Die übergroße Mehrzahl der Wohnungen ist so orientiert. Bei den Punkthäusern ist die Orientierung immer nach zwei Seiten, ungünstige Zonen können verhindert werden. Die Dächer der langen Zeilen längs der Neubauzeile sind ideal für Sonnenkollektoren. Die Dämmung aller beheizten Bereiche im Vollwärmeschutz ist Dank der einfachen Formen ökonomisch möglich. Die Nutzung alternativer Heizungsanlagen, Regenwassernutzung, Lüftungsanlagen mit Wämerückgewinnung wird im weiteren Projektfortgang untersucht.