NEUBAU URFAHR CITY CENTER
WOHNHAUS FERIHUMERSTRASSE URFAHR
LINZ

Matthias Seyfert
Dietmar Moser
Paul Wichert

Roland Schober
Hannes Ortmayr
Julia Grims
Marco Stummer

12|2007 – 01|2012

VERKEHRSREICHES GRUNDSTÜCK

Das Grundstück befindet sich in Urfahr nordöstlich der Nibelungenbrücke zwischen Ferihumerstrasse und Friedrichstrasse. In der Ferihumerstrasse fährt die Straßenbahn. Der Autoverkehr fährt hier Richtung Westen, in der Friedrichstrasse fahren die Autos in die umgekehrte Richtung. Bisher nutzte die Firma Rechberger das Grundstück. Zwei markant gelb gefärbte Wohnhäuser, die teilweise umgebaut wurden und dazwischen liegende Hallen, sowie ein vorgelagerter Parkplatz prägen das Areal. Die Nordostecke ist sehr präsent im Stadtraum, alle anderen Fronten im Besonderen die auf der Friedrichstrasse werden schleifend wahrgenommen. Der Friedhof im Süden ist von einer Mauer umgeben. Von der Strasse kaum wahrnehmbar, wird er in den oberen Geschossen prägend und hält den Blick in den Donauraum frei.

BEBAUUNGSPLAN

Der Bebauungsplan sieht eine dreigeschossige Blockrandbebauung nach Norden und Westen vor, nach Süden ist eine zweigeschossige Bebauung möglich. Der Innenhof soll mittelfristig von Bebauung befreit und begrünt werden.

RENOVIERUNG UND ABBRUCH

Das bestehende Wohnhaus in der Ferihumerstrasse soll erhalten, renoviert und ausgebaut werden. Das Gebäude hat eine gute Substanz und im Keller schöne Gewölbe. Das zweigeschossige Wohnhaus in der Friedrichstrasse wird als nicht unbedingt erhaltenswert eingestuft und da das Gebäude den Ausbau des Grundstückes erheblich beeinträchtigen würde, soll es zusammen mit den eingeschossigen Hallen abgetragen werden.

STADTVERDICHTUNG

Der Neubau schließt sich an das Bestandsgebäude in der Ferihumerstrasse an und blockt den Innenhof gegen die Strasse ab. Die Geschossigkeit und Dachform des Straßenzuges wird übernommen. Nach Süden ist die Bebauung flacher und durchlässiger, die Strasse wird abgeschirmt ohne den Innenhof komplett zu verschließen. Eine Zäsur zwischen hohem Baukörper im Norden und flacherem im Süden trennt die unterschiedlichen Dachformen. Das Erdgeschoss der Baukörper wird nicht zuletzt wegen des dahinter liegenden Supermarktes ohne Unterbrechung durchgeführt. Zusammen mit einer einheitlichen Fassade ergibt sich ein homogener Baukörper.

BESTAND: RENOVIERUNG UND DACHAUSBAU

Im Erdgeschoss, Teilen des Keller und des ersten Obergeschosses ist ein Restaurant/ Cafe mit Weinkeller angedacht. Diese Räume wurden von der Firma Rechberger als Verkaufsräume genutzt. Die neue Nutzung kann ohne strukturelle Eingriffe realisiert werden. In den oberen Geschossen ist eine Renovierung der bestehenden Wohnungen vorgesehen. Im ungenutzten Dachgeschoss sind zwei Maisonettwohnungen geplant. Das neue Dach ist circa 1m angehoben. Ein horizontales Fensterband belichtet ohne die Dachfläche zu stören. Die Gaupen setzen oberhalb der alten Trauflinie an. Die Exklusivität der beiden Wohnungen über den Dächern der Stadt zeigt sich nach außen ohne die bestehende Fassade zu dominieren.

NEUBAU: TIEFGARAGE, SUPERMARKT, BÜROFLÄCHEN, INDIVIDUELLE WOHNUNGEN

Über einen gedeckten Zugang von der Ferihumerstrasse sind der Supermarkt, die Büros, die Trafik und die Wohnungen erschlossen. Alle Nutzungen haben eine Adresse. Ein weiterer Zugang ist über die Tiefgarage möglich. Das erste Untergeschoss ist dem Supermarkt vorbehalten und entsprechend großzügig befahrbar, das zweite Untergeschoss ist nur noch einspurig über eine Ampelregelung angebunden – der geringeren Frequenz von Wohnungen und Büros angepasst. Zwischen Garage und Supermarkt im Erdgeschoss gibt es eine interne Verbindung mit Lift und Treppe. Getrennt davon sind die Büros und Wohnungen angebunden. Im 1. Obergeschoss zur verkehrsreichen Ferihumerstrasse sind Büros und zur attraktiven Südseite 4 Maisonettwohnungen konzipiert. Vom 2. Obergeschoss sind diese Maisonettwohnungen über einen Laubengang erschlossen. Im nächsten Stock des durchgesteckten Treppenhauses liegen die Zugänge dreier luxuriösen Wohnungen mit teilweise zweigeschossigen Räumen, Emporen und großen Freibereichen in exponierter Lage.

FASSADE

Das Körperhafte des bestehenden Blockes wird im Neubau übernommen. Da dieser durch seine Ecklage im Fokus liegt, bekommen die Dachflächen besondere Wichtigkeit. Ethernit (Farbe Sahara2) in Tafelbauweise kommt in der Fassade zum Einsatz. Die Fugenteilung und teilweise sandgestrahlte Flächen stellen Bezüge zum Altbau her. Im Dach wird dasselbe Material als Schindel verwendet. Zwischen Fassade und Dach gibt es so keinen Bruch, das Haus tritt als ein Volumen in Erscheinung. Die in Ihrer Rhythmik aus dem Altbau abgeleitete Lochfassade verliert Ihre Strenge durch scheinbar zufällig eingestreute große mit der Fassade bündige Fensterelemente. Im Dachgeschoss führen Gaupen dieses Spiel weiter.