NEUBAU ALTEN- UND PFLEGEHEIM
STEYR ENNSLEITE

anonymer EU-weit offener Wettbewerb

Matthias Seyfert
Dietmar Moser

Jörn Besser (Rendering)

11|2007 – 12|2007

AUFGABENSTELLUNG

Gegenstand des offenen Wettbewerbes für die Gemeinnützige Landeswohnungsgenossenschaft für Oberösterreich war die Erlangung eines Vorentwurfes für ein Alten- und Pflegeheim in Steyr Ennsleite.

AUS DER STADT INS GRÜNE

Der Leopold Steinbrecher Ring vermittelt zwischen Stadt und Grünraum. Der Bus bekommt eine Haltestelle. Der Straßenverkehr endet hier. Spaziergänger können parken. Fußwege in den Park beginnen. An dieser Schnittstelle liegt der neue Platz - zur Stadt urban, zum Park Filter in den Grünraum. Die nördliche Begrenzung bildet das neue Alten- und Pflegeheim. Es nimmt bewusst die Höhe der viergeschossigen Bebauung im Westen auf und stärkt so die städtische Platzseite. Den kleinteiligen Einfamilienhäusern am Hang hält es den Blick frei. Die abgestuften Pavillons gliedern das Gebäude und strukturieren den Platz. Das neue Alten- und Pflegeheim liegt am Rand des Baugebietes und lässt Raum für zukünftige Pläne.

DAS FOYER

Vom Platz führt ein gedeckter Zugang ins helle Foyer. Es liegt im Kreuzungspunkt des Gebäudes und aller Aktivitäten. Besucher werden empfangen. Bei Veranstaltungen dient es als Empfangs- und Pausenraum. Kurze Wege führen von hier zu den Büros und den Wirtschaftsräumen. Nach Süden zum Veranstaltungshof ist es großzügig geöffnet. Ein dreigeschossiger Luftraum erweitert es nach oben und verbindet mit den Wohngeschossen.

DIE WOHNGESCHOSSE

Über die zentrale Haupterschließung betritt man die beiden Wohngeschosse in der Nähe des Schwesternstützpunktes. Von diesem Dreh- und Angelpunkt hat man alle 5 Wohneinheiten im Überblick. Alle dienenden Funktionen wie Wäschelager und Essenaufwärmung sind in unmittelbarer Nähe. Zwei Achsen führen von hier in die Gemeinschaftsbereiche. Auf dem Weg zu diesen wechseln großzügige Öffnungen und geschlossenen Bereichen - eine warme, differenzierte Lichtstimmung verwischt die Größe und Rationalität der Anlage. Raumteiler und Möbelgruppen filtern den Einblick und Eintritt in die privaten Aufenthaltsbereiche. Diese können variabel an die jeweiligen Bedürfnisse der Bewohner und des Pflegepersonals angepasst werden. Ein Hof mit Terrasse zu jedem Gemeinschaftsbereich sorgt für gute Belichtung und Belüftung. Lufträume und Treppen zwischen den Terrassen ermöglichen die geschossübergreifende Kommunikation. Unmittelbar um die Gemeinschaftsräume liegen die Zimmer. Jeweils zwei Zimmertüren ergeben eine kleine Nische - Beobachtungsfläche, das schützende Zimmer im Rücken.

Praktikabel und nach dem Stand der Technik sind die Zimmer ausgerüstet. Variierende Fensteröffnungen geben jedem Zimmer eine eigene Ausprägung. Verschiebbare Sonnenschutzpanelle können von den Bewohner individuell angepasst werden. Zusammen mit der eigenen Einrichtung können so individuelle Zimmer entstehen, welche die Orientierung und Identifikation fördern.

DIE FASSADE

Die horizontale Gliederung des Gebäudes - offenes Erdgeschoss und zwei intimere Obergeschosse - drückt sich in der Fassade ab. Das gläsern transparente Erdgeschoss verschmilzt mit der Landschaft. Die beiden Wohngeschosse sind als Volumen zusammengefasst und schweben über dem Erdgeschoss. Die Fensteröffnungen tanzen in der Fassade. Jedes Fenster gehört einem Menschen. Das Fassadenspiel spiegelt die individuellen und gleichzeitig seriell zu Reihen zusammengehängten Zimmer wieder.

DAS GELÄNDE

Senkrecht in den Hang gelegt nutzt das neue Gebäude das steigende Gelände aus. Zum Leopold Steinbrecher - Ring wird über einen Geländesprung der Vorplatz für Park und Altenheim gebildet. Durch das offene Erdgeschoss hindurch wird der Vorplatz mit dem Veranstaltungshof des Altenheimes verbunden. Dieser ist leicht terrassiert zur angrenzenden Wohnbebauung abgeschottet. Der nächste Geländesprung führt zum internen Hof mit Dementenrundgang. Dieser ist aus dem unteren Wohngeschoss ebenerdig erreichbar.